US-CFTC lässt erstmals Bitcoin-Perpetual-Futures an regulierter Börse zu

US-Kryptounternehmen können künftig Perpetual-Futures-Kontrakte (\u0022Perps\u0022) anbieten, ohne mit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in Konflikt zu geraten. Die Aufsichtsbehörde teilte am Freitag mit, erstmals eine nicht namentlich genannte regulierte Handelsplattform für die Notierung und den Handel von Bitcoin-Perpetuals zugelassen zu haben. Perpetuals sind Derivate, mit denen Anleger auf künftige Kursbewegungen eines Krypto-Assets spekulieren können, ohne dass der Kontrakt ein Ablaufdatum hat. Positionen lassen sich damit grundsätzlich zeitlich unbegrenzt halten. Mit der ersten Genehmigung auf einer registrierten Plattform eröffnet die CFTC einen US-Regulierungsweg für einen bislang vor allem außerhalb der USA etablierten und potenziell besonders lukrativen Markt. Welche Börse die Zulassung erhält, nannte die Behörde nicht. Die Ankündigung folgt kurz nach einem Social-Media-Beitrag von Präsident Donald Trump, in dem er Perpetuals erwähnte und der vorherigen Regierung vorwarf, Regulierer hätten die US-Kryptoindustrie \u0022fast ZERSTÖRT\u0022, indem sie Bitcoin, Krypto-Perpetuals und Innovation ins Ausland gedrängt hätten. CFTC-Chef Mike Selig bezeichnete die Kontrakte als \u0022grundlegendes Instrument\u0022 für Risikomanagement und Preisfindung in den globalen Kryptomärkten. \u0022Echte Perpetual-Kontrakte in den Vereinigten Staaten sind ein großer Schritt nach vorn\u0022, schrieb Selig in einem am Freitag bei CoinDesk veröffentlichten Meinungsbeitrag. Seine Behörde biete nun \u0022einen praktikablen Rahmen\u0022 für \u0022echte\u0022 Krypto-Perpetuals. Perps werden häufig mit Hebel gehandelt. Das kann bereits bei kleinen Kursbewegungen große Gewinne ermöglichen, erhöht aber ebenso das Verlustrisiko und macht die Produkte besonders volatil. Selig hatte im März erklärt, er wolle Schäden beheben, die die vorige US-Regierung verursacht habe, indem sie \u0022viele dieser Unternehmen und Liquidität ins Ausland\u0022 gedrängt habe. Zu den in den USA von der CFTC beaufsichtigten Krypto-nativen Handelsplätzen zählen Coinbase, Bitnomial (kürzlich von Kraken übernommen) und Gemini. Dazu kommen Prognosemarkt-Anbieter wie Kalshi und Polymarket. Selig betonte am Freitag, der Ansatz der Behörde bei Perpetuals solle \u0022übermäßigen Hebel, Volatilität und systemische Risiken\u0022 begrenzen. Gleichzeitig verwies der Markt in dieser Woche erneut auf zusätzliche Gefahren: Bei einem Flash Crash im Hyperliquid SPACEXUSDH — einem Krypto-Perpetual, der auf die Marktbewertung von SpaceX referenziert — wurden Anleger überrascht. Innerhalb von 30 Minuten wurden rund 1,5 Mio. US-Dollar an Nominalwert ausgelöscht, ausgelöst durch eine übergroße Position, die die geringe Liquidität des Marktes aufzehrte. Die neue Haltung der CFTC hat bislang nicht den Status einer formalen Regel. Sowohl die CFTC als auch die Securities and Exchange Commission (SEC) treiben die Krypto-Politik derzeit über Erklärungen, sogenannte No-Action-Letters, Genehmigungen und Leitlinien voran. Solange daraus jedoch keine formalen Regeln oder — noch belastbarer — neue Gesetze werden, können spätere Behördenleitungen die Linie relativ leicht wieder ändern. Im März veröffentlichten CFTC und SEC eine weitreichende Orientierung, die erstmals Definitionen zur Einordnung verschiedener Krypto-Assets lieferte. Die neue Taxonomie beschreibt mehrere Kategorien, die festlegen sollen, wie und durch wen die jeweiligen Assets reguliert werden. Zudem formuliert sie Kriterien dafür, wie ein Krypto-Wertpapier im Zeitverlauf aus dieser Einstufung herauswachsen könnte, wenn ein Projekt reift. Auch die SEC steht vor der Veröffentlichung einer umfassenden neuen Krypto-Politik, die die Tokenisierung von Wertpapieren erleichtern soll. Geplant sind befristete Ausnahmen von Registrierungspflichten für Innovationen im Bereich digitaler Vermögenswerte. Das Vorhaben — ein zentrales Projekt von SEC-Chef Paul Atkins — ist als Übergangslösung gedacht, um Aktivitäten zu fördern, während die Branche auf ein dauerhafteres Gesetz aus dem Kongress wartet. Mehr dazu: CFTC-Chef Selig will in den kommenden Wochen den Weg für US-Perpetual-Futures freimachen.