Bitcoin-Perpetual-Futures erstmals in den USA legal und reguliert
In den USA ist erstmals ein regulierter Bitcoin-Perpetual-Futures-Kontrakt genehmigt worden. Die US-Rohstoffaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) erteilte KalshiEX LLC am Freitag die formelle Zulassung, den Kontrakt "BTCPERP" zu listen – ein Futures-Produkt ohne Laufzeitende, das an den Spotpreis von Bitcoin gekoppelt ist. Damit können US-Anleger Bitcoin-Perpetuals erstmals an einer regulierten inländischen Börse handeln – ein Markt, der bislang nahezu vollständig auf Offshore-Plattformen stattgefunden hatte.
Die CFTC stufte BTCPERP als zulässiges Futures-Produkt ein und erlaubt KalshiEX als registrierter Börse die Notierung des No-Expiry-Kontrakts, der sich direkt am BTC-Referenzpreis orientiert. Ebenfalls am Freitag veröffentlichte CFTC-Personal ein separates No-Action-Letter: Coinbase Financial Markets, ein registrierter Futures Commission Merchant, darf bestimmte digitale Rohstoffderivate, die auf der verbundenen Plattform Deribit gehandelt werden, nach US-Regeln als ausländische Futures behandeln.
CFTC-Chairman Selig erklärte, die Behörde habe ihr Versprechen eingelöst, Krypto-Perpetuals "onshore" zu bringen. Die Genehmigung eröffne einem der liquidesten Märkte im Kryptosektor den Weg, innerhalb eines US-Regulierungsrahmens zu operieren.
Perpetual Futures unterscheiden sich von klassischen Futures dadurch, dass sie kein Verfallsdatum haben. Während Standard-Futures zum Abrechnungstermin durch Lieferung oder Barausgleich naturgemäß zum Spotpreis konvergieren, fehlt bei Perpetuals dieser Endpunkt. Um den Preis dennoch nahe am Basiswert zu halten, kommt ein Finanzierungsmechanismus zum Einsatz: Bei BTCPERP werden in regelmäßigen Abständen Funding-Zahlungen zwischen Käufern und Verkäufern ausgetauscht – abhängig von der Differenz zwischen Kontraktpreis und Bitcoin-Referenzpreis. Notiert der Perpetual über Spot, zahlen Käufer an Verkäufer; liegt er darunter, zahlen Verkäufer an Käufer. Dieses Anreizsystem soll den Kontraktpreis fortlaufend an Bitcoin binden, ohne dass eine finale Abrechnung nötig ist.
Bis Donnerstag gab es für Bitcoin-Perpetual-Futures keinen regulierten Handelsplatz in den USA. Institutionelle Investoren mit strengen Compliance-Vorgaben hatten keinen legalen inländischen Zugang, was die Aktivität auf Offshore-Börsen außerhalb der direkten Reichweite US-amerikanischer Aufsicht verlagerte. Für Privatanleger bedeutet ein regulierter US-Handelsplatz mehr Verbraucherschutz und Aufsicht als viele ausländische Anbieter bieten. Für Institutionen öffnet sich ein Zugang, der seit dem Aufstieg von Perpetuals zu einem der meistgehandelten Instrumente in den globalen Kryptomärkten faktisch versperrt war.
Mit der Zulassung von KalshiEX entsteht zudem ein regulatorischer Referenzrahmen. Andere Börsen, die Krypto-Perpetuals listen wollen, erhalten damit eine klarere Route – zusätzliche Kontrakte benötigen weiterhin eine vollständige Genehmigung durch die Kommission. Für einen Markt, der jahrelang außerhalb der USA operierte, markiert der Freitag eine spürbare Verschiebung im Verhältnis zwischen US-Regulatoren und einem zentralen Finanzinstrument des Kryptohandels.
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