Brent markiert Jahreshoch bei 109 US-Dollar – Straße von Hormus bleibt blockiert

Brent-Rohöl ist am Dienstag auf 109,41 US-Dollar je Barrel gestiegen. Das entspricht einem Tagesplus von 3,87% und einem neuen Jahreshoch. Auf Wochensicht liegt der Benchmark rund 17% im Plus – der stärkste Wochenanstieg seit Beginn des Iran-Kriegs vor neun Wochen. Auslöser war das Scheitern der Friedensgespräche am Wochenende. Donald Trump sagte die geplante Reise von Witkoff und Kushner nach Islamabad am Samstag ab und schrieb auf Truth Social, "we have all the cards; they have none." Irans Außenminister Abbas Araghchi reiste dennoch nach Pakistan, traf dort lediglich pakistanische Regierungsvertreter und verließ das Land ohne ein US-Gegenüber im Raum. Die Straße von Hormus gilt damit faktisch als geschlossen. Die maritime Intelligence-Plattform Windward zählte am Samstag 19 kommerzielle Durchfahrten – deutlich weniger als im Normalbetrieb, über den üblicherweise rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasströme läuft. Berichten zufolge enterte Irans Revolutionsgarde am Wochenende zwei Frachtschiffe in der Meerenge. Teheran ließ anschließend über pakistanische Vermittler einen neuen Vorschlag zirkulieren: eine Verlängerung der Waffenruhe sowie eine Verschiebung der Atomgespräche, bis die US-Blockade aufgehoben ist. Macquarie warnte, eine länger anhaltende Störung könne Brent bis auf 150 US-Dollar treiben. Die Internationale Energieagentur (IEA) sprach vom größten Energieversorgungsschock, der je verzeichnet wurde.