Morgan Stanley: 90 US-Dollar je Barrel sind schon das Best-Case-Szenario – Blockade der Straße von Hormus könnte Öl auf 130 treiben

BlockBeats berichtete am 19. Mai: Francisco Blanch, Leiter Rohstoffe- und Derivate-Research bei der Bank of America, bezeichnete einen durchschnittlichen Brent-Preis von 90 US-Dollar je Barrel für den Rest des Jahres bereits als "Best-Case-Szenario". Nach seiner Einschätzung weist das weltweite Rohölangebot derzeit ein tägliches Defizit von 14 bis 15 Millionen Barrel auf, was rund 14% bis 15% der Nachfrage entspricht. Sollte eine doppelte Blockade der Straße von Hormus anhalten, könnte der Ölpreis bis Ende Juni bis Anfang Juli auf 120 bis 130 US-Dollar steigen. Bei einer weiteren Eskalation des Konflikts und Schäden an Ölinfrastruktur seien noch deutlich stärkere Preissprünge möglich. Da eine schnelle Entspannung in der Straße von Hormus als unwahrscheinlich gilt, haben mehrere Wall-Street-Häuser ihre Prognosen angehoben. Goldman Sachs setzte das Brent-Ziel zum Jahresende zuletzt auf etwa 90 US-Dollar. JPMorgan warnte, dass ein anhaltender maritimer Engpass über vier Wochen zu einer "katastrophalen" globalen Ölknappheit führen könne. Auch RBC-Analystin Helima Croft zweifelte daran, dass sich die Schifffahrt bis Juni wieder normalisiere. Brent-Rohöl liegt seit Jahresbeginn rund 80% im Plus und notiert aktuell bei 109,26 US-Dollar je Barrel. Über die Straße von Hormus wird etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransports abgewickelt. Eine Blockade würde vor allem den Asien-Pazifik-Raum hart treffen und die Kosten für Verbraucher und Industrie weltweit weiter nach oben treiben. Daten der Brown University zufolge sind US-Verbrauchern seit Ausbruch des Iran-Kriegs zusätzliche Treibstoffkosten von mehr als 40 Milliarden US-Dollar entstanden. (Jinshi)