BNP Paribas bringt Bitcoin- und Ether-ETNs für französische Privatanleger an den Start
BNP Paribas, Frankreichs größte Bank, nimmt ab morgen, dem 30. März, sechs neue Krypto-Exchange-Traded Notes (ETNs) mit Bezug zu Bitcoin und Ethereum auf ihre Handelsplattform in Frankreich, wie aus einer aktuellen Mitteilung hervorgeht.
ETNs sind börsengehandelte Schuldverschreibungen, die über die Abbildung eines Index Zugang zu einem zugrunde liegenden Markt ermöglichen. Anleger erhalten damit eine liquide, diversifizierte Marktposition, ohne die Coins direkt zu kaufen oder zu verwahren. Zu den Risiken zählen Kreditrisiken gegenüber dem Emittenten sowie mögliche Verluste durch Marktbewegungen.
Die Produkte werden im Rahmen von MiFID II angeboten, das Transparenz und einheitliche Marktstandards stärken und den Anlegerschutz verbessern soll. Damit können Millionen von Privatanlegern und Private-Banking-Kunden indirekt in Krypto-Assets investieren, ohne die zugrunde liegenden Token selbst zu halten. Zum Start stehen die ETNs, die von geprüften Asset Managern emittiert werden, verschiedenen Kundensegmenten zur Verfügung; anschließend ist ein schrittweiser internationaler Rollout geplant.
BNP Paribas zählt zu den frühen Anwendern von Blockchain-Technologie. Die Bank hat Anwendungsfälle unter anderem in der Handelsfinanzierung und bei der Wertpapierabwicklung getestet, Partnerschaften mit Fintech- und Blockchain-Unternehmen aufgebaut und Interesse an digitalen Vermögenswertdiensten für institutionelle Kunden signalisiert. Zudem unterstützt die Gruppe Forschungsarbeiten dazu, wie diese Innovationen die Finanzmärkte verändern könnten.
BNP Paribas ist außerdem Teil von Qivalis, einem Konsortium großer europäischer Banken, das eine an den Euro gekoppelte Stablecoin für institutionelle und Krypto-Anwendungen entwickeln will. Das Projekt zielt auf einen Start Ende 2026 unter den MiCA-Regeln.
Separat hat BNP Paribas jüngst die Tokenisierung einer Anteilsklasse eines Geldmarktfonds auf der öffentlichen Ethereum-Infrastruktur erprobt. Das Vorhaben basiert auf einem permissioned Modell: Zugang erhalten nur berechtigte Teilnehmer, bei gleichzeitiger Einhaltung regulatorischer Vorgaben. Der gruppeninterne Test soll neue operative Abläufe bewerten und untersuchen, wie Tokenisierung die Auflage und Distribution von Fonds verbessern kann.
Der französische Privatanlegermarkt ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. 2025 handelten rund 2,5 Millionen französische Privatanleger an den Aktienmärkten; in den drei Jahren zuvor kamen schätzungsweise 1,6 Millionen neue Marktteilnehmer hinzu. Sollte auch nur ein Teil der rund 2 Billionen Euro an liquiden Ersparnissen französischer Haushalte in solche neuen Instrumente umgeschichtet werden, könnte das spürbare Auswirkungen auf die Orderbücher von Bitcoin und Ethereum haben.