Tether friert innerhalb von 30 Tagen mehr als 514 Mio. USDT auf Ethereum und Tron ein

Tether hat in den vergangenen 30 Tagen laut On-Chain-Daten von BlockSec's "USDT Freeze Tracker" insgesamt mehr als 514 Mio. USDT auf den Netzwerken Ethereum und Tron eingefroren. Die Zahlen unterstreichen die wachsende Rolle des Stablecoin-Emittenten bei krypto-bezogenen Ermittlungen und Durchsetzungsmaßnahmen. Bis Freitag wurden demnach in diesem Zeitraum 370 Adressen auf die Blacklist gesetzt, davon 328 auf Tron und 42 auf Ethereum. Das betroffene Volumen lag bei rund 505,9 Mio. USDT auf Tron und 8,73 Mio. USDT auf Ethereum. Der Schwerpunkt der jüngsten Maßnahmen liegt damit klar auf Tron, was zeigt, wie häufig der weltweit größte Stablecoin-Anbieter in On-Chain-Abläufe eingreift, um als risikobehaftet markierte oder mit Untersuchungen verknüpfte Gelder zu sperren. BlockSec's Auswertung für 2025 beziffert die bisherige Bilanz auf 4.163 einzigartige Adressen auf Ethereum und Tron, die zusammen 1,26 Mrd. USDT betrafen. Bei der aktuellen Geschwindigkeit dürfte Tether dieses Volumen an gesperrten bzw. geblacklisteten USDT noch deutlich vor Jahresende übertreffen. Von den 2025 eingefrorenen 1,26 Mrd. USDT wurden mehr als die Hälfte (rund 698 Mio. USDT) anschließend über die Vertragsfunktion "destroyBlackFunds" vernichtet. Nur 3,6% der zugehörigen Adressen wurden später wieder von der Blacklist entfernt, was darauf hindeutet, dass Sperren nach ihrer Umsetzung selten rückgängig gemacht werden. Ein weiteres, auf Trends von 2023 bis 2025 gestütztes Research schätzt, dass Tether in diesen drei Jahren etwa 3,3 Mrd. USDT über 7.268 Adressen eingefroren hat und damit den Wettbewerber Circle im gleichen Zeitraum deutlich übertrifft. Tether selbst nennt ein noch höheres kumuliertes Gesamtvolumen und verweist auf konkrete Fälle: Im Februar erklärte das Unternehmen, es habe wegen Verbindungen zu illegalen Aktivitäten in den vergangenen drei Jahren rund 4,2 Mrd. Token eingefroren; etwa 3,5 Mrd. davon seien seit 2023 blockiert worden, als Behörden ihre Bemühungen gegen krypto-bezogene Straftaten verstärkten. Im April teilte Tether mit, gemeinsam mit dem Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums und Strafverfolgungsbehörden über 344 Mio. USDT eingefroren zu haben, die mit zwei Tron-Adressen in Verbindung standen; US-Behörden brachten diese Aktivitäten mit Iran und der Umgehung von Sanktionen in Zusammenhang. Ebenfalls im Februar half Tether nach eigenen Angaben bei der Sicherstellung von mehr als 61 Mio. USDT im Kontext sogenannter "Pig-Butchering"-Betrugsmaschen. Die Ausweitung von Blacklisting und Einfriermaßnahmen befeuert eine breitere Debatte darüber, wie weit Krypto-Emittenten und Protokolle verdächtige Geldflüsse unterbinden sollten. Im DeFi-Sektor setzen einige Projekte etwa auf upgradefähige Smart Contracts und Admin-Kontrollen, um nach größeren Exploits Gelder zu pausieren oder zurückzuholen. In der Stablecoin-Welt zeigen On-Chain-Daten und Angaben von Ermittlungsbehörden, dass Blacklisting und Freezes bei Betrug, Sanktionsfällen und Scam-Ermittlungen zunehmend zum Standard werden, da Emittenten wie Tether die Kontrolle über Minting- und Burning-Mechanismen behalten. Tether und das Tron-Netzwerk reagierten laut Cointelegraph nicht umgehend auf eine Anfrage zur Stellungnahme.