BlackRock, Mastercard und Ripple testen Stablecoin-Abwicklung auf dem XRP Ledger
Ein Konsortium aus BlackRock, Mastercard, Gemini und Ripple hat nach eigenen Angaben Tests abgeschlossen, bei denen Kartenzahlungen über das XRP Ledger mithilfe eines regulierten Stablecoins abgewickelt wurden. Der Schritt gilt als weiteres Signal, dass große Finanzakteure Blockchain-Technologie nicht nur beobachten, sondern zunehmend operativ einsetzen.
Im Mittelpunkt des Piloten stand RLUSD, ein Stablecoin, der Banken eine schnellere und transparentere Zahlungsabwicklung ermöglichen soll als herkömmliche Systeme. Ripple-Managerin Odelia Torteman erläuterte die Entwicklungen auf einem Branchentreffen in London. Während XRP häufig als reiner Trading-Token wahrgenommen werde, betrachteten Anbieter wie BlackRock und Franklin Templeton vor allem die zugrunde liegende Ledger-Infrastruktur als Baustein für institutionelle Anwendungen.
Das Netzwerk ist auf grenzüberschreitende Transaktionen ausgelegt und kann mehrere Asset-Typen parallel bewegen. Zudem verfügt es über eine integrierte dezentrale Börse sowie einen Automated Market Maker, wodurch große Unternehmen Wert übertragen und handeln können, ohne vollständig auf klassische Intermediäre angewiesen zu sein.
Bereits im vergangenen September kooperierte Franklin Templeton mit Ripple und der DBS Bank, um neue Ansätze für Kreditvergabe und Handel zu erproben. Dabei wurden Geldmarktfonds tokenisiert, um die Liquidität zu erhöhen. In Kombination mit regulierten Stablecoins soll Kapital effizienter fließen, ohne regulatorische Vorgaben zu verletzen. Das soll insbesondere bei großen Investoren Vertrauen schaffen, die die Volatilität breiter Kryptomärkte scheuen.
Ausweitung auf Treasury-Produkte
Berichten zufolge reicht die Anwendung inzwischen bis in den Bereich von Treasury- und Fondsprodukten. Ripple entwickelte gemeinsam mit Securitize eine Lösung, mit der Anleger im BlackRock-Fonds BUIDL ihre Bestände in RLUSD umwandeln können. Smart Contracts sollen so eine 24/7-Liquidität ermöglichen. Üblicherweise sind Rückgaben bei solchen Fonds zeitlich eingeschränkt und orientieren sich an Bank- und Handelszeiten.
XRP Ledger als Compliance-fähige Infrastruktur
Daten deuten darauf hin, dass sich das XRP Ledger als Option für Unternehmen positioniert, die strenge Identitäts- und Compliance-Anforderungen erfüllen müssen. Genannt werden unter anderem „Trust Lines“ sowie Werkzeuge zur Abbildung von Know-your-customer-Prozessen. Parallel verändert sich die praktische Nutzung von XRP: Statt überwiegend spekulativ über Börsen gehandelt zu werden, wird der Token zunehmend als technisches Liquiditätsmedium eingesetzt. Als digitaler Vermögenswert kann XRP als Vermittler zwischen Banken fungieren und weltweit unterschiedliche Wertformen in Sekunden übertragen.
Bildquelle: The Wall Street Experience; Chart: TradingView