Bitcoin rutscht Richtung 74.000 US-Dollar – Texas beruft BTC-Reservegremium, CFTC ebnet Kalshi den Weg für Bitcoin-Perpetuals

Texas hat sein Strategic Bitcoin Reserve Advisory Committee offiziell eingesetzt. Der amtierende Comptroller Kelly Hancock berief am Donnerstag vier externe Mitglieder, die den Aufbau einer der ersten Bitcoin-Reserven auf Bundesstaatenebene in den USA begleiten sollen. Das fünfköpfige Gremium, geschaffen durch Senate Bill 21, soll zu Bewertung, Verwahrung und Risikomanagement beraten. Parallel plant das Comptroller's Office, die Startposition der Reserve in Höhe von 10 Mio. US-Dollar aus BlackRock's IBIT in direkt gehaltene Bitcoin umzuschichten. Zu den Ernennungen zählen CleanSpark-CFO Gary Vecchiarelli, Jamie McAvity (CEO von Cormint Data Systems), die SMU-Rechtsprofessorin Carla Reyes sowie die Investmentmanagerin Laurie Dotter. Ihre Profile reichen von Mining und institutionellem Handel bis zu Digital-Asset-Handelsrecht. In Washington gab die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) Kalshi grünes Licht für die Notierung von Perpetual Futures, die an den Bitcoin-Spotpreis gekoppelt sind. Damit öffnet sich in den USA ein regulierter Zugang zu einem Produktsegment, das im vergangenen Jahr offshore ein Volumen von rund 90 Billionen US-Dollar getrieben hat. Der am Freitag erteilte Bescheid macht Kalshi zur zweiten US-regulierten Plattform mit Genehmigung für Krypto-Perps, nachdem Bitnomial im Dezember eine vergleichbare Freigabe erhalten hatte. Laut Unternehmenssprecher zielt Kalshi auf einen Start innerhalb des nächsten Monats. CEO Tark Mansour bezeichnete die Genehmigung als die wichtigste Expansion seit den Event-Contracts und positionierte den Schritt als Ausbau zu einer vollintegrierten, regulierten Derivatebörse in direkter Konkurrenz zu Polymarket und Hyperliquid. Die regulatorische Dynamik trifft auf ein deutlich schwächeres Bild im Kassamarkt: In den USA gelistete Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen inzwischen ihre längste Verlustserie seit Auflegung. Am Donnerstag summierten sich die Nettoabflüsse auf weitere 223 Mio. US-Dollar. Damit steht die Serie bei neun Sitzungen in Folge, kumulierte Abflüsse liegen bei rund 2,84 Mrd. US-Dollar. Die Anzahl der Negativtage übertrifft die bisherige Acht-Tage-Serie aus Februar 2025, auch wenn der Betrag unter den damaligen 3,2 Mrd. US-Dollar bleibt. Die Daten deuten auf eine anhaltende Abkühlung institutioneller Nachfrage nach vehikelbasierter BTC-Exposure hin, während makroökonomische Unsicherheit Bilanzen belastet. Den größten Anteil an den Abflüssen trug BlackRock's iShares Bitcoin Trust (IBIT): Zwischen dem 15. Mai und Donnerstag flossen laut Daten etwa 2,04 Mrd. US-Dollar ab. Ein Tagesabfluss von 527,8 Mio. US-Dollar am 27. Mai war der zweitgrößte in der IBIT-Historie und lag nur knapp unter dem Rekord von 528,3 Mio. US-Dollar vom 30. Januar 2025. Trotz des Drucks dominiert IBIT weiterhin das Segment mit rund 792.000 BTC, etwa 62% der in US-Spotfonds gehaltenen Bestände. Die hohe Konzentration bedeutet, dass die Flussdynamik eines einzelnen Anbieters die Schlagzeile für den gesamten Sektor an einzelnen Tagen maßgeblich prägen kann. Ein Teil der Bewegung wirkt eher wie Kapitalrotation als wie ein vollständiger Rückzug: Neu gelistete Hyperliquid-ETFs sammelten seit dem Start am 12. Mai netto mehr als 100 Mio. US-Dollar ein. Auch Spot-XRP-Fonds verzeichneten eine Serie positiver Tage, was darauf hindeutet, dass Allokatoren neue Altcoin-Wrapper testen, während konzentrierte BTC-Positionen reduziert werden. Parallel geraten Corporate-Treasury-Vehikel wie Strategy wieder stärker in den Fokus, da aktienbezogene Aufschläge auf den NAV schrumpfen und Aktionäre Verwässerungseffekte gegen ein schwächeres Spotbild abwägen. Die Streuung über Produkte hinweg spricht eher für Selektivität als für Kapitulation; neue Produkte finden weiterhin Kapital. Auch auf der Infrastrukturseite bewegen sich die Regulierungsprozesse: Die Securities and Exchange Commission (SEC) erteilte Paxos über die Tochter Paxos Securities Settlement Company die Registrierung als Clearing Agency. Damit ist Paxos das einzige blockchain-native Unternehmen mit Freigabe, in den USA als Central Securities Depository zu operieren. Das rückt Abwicklungsrails für tokenisierte Vermögenswerte in denselben regulatorischen Rahmen wie klassische Clearinghäuser. Separat verteidigte SEC-Commissioner Hester Peirce bei einem Auftritt an der Georgetown Law privatsphärewahrende kryptografische Tools. Finanzielle Privatsphäre werde in der aktuellen Regelsetzung systematisch unterschätzt, so Peirce; entsprechende Technologien könnten den Anlegerschutz stärken statt schwächen. Am Markt notiert BTC bei rund 74.019 US-Dollar nach einem Plus von 1,51% in 24 Stunden. Das übergeordnete Chartbild bleibt abwärtsgerichtet, die Kerzenstruktur liegt weiter unter der Widerstandszone bei 75.046 US-Dollar. Der RSI bei 37,75 befindet sich im überverkauften Bereich, ohne bislang eine Trendwende zu bestätigen. Der MACD signalisiert weiter ein bärisches Cross, Erholungen bleiben damit anfällig für Rücksetzer. Für die Bullen gilt: Ein klarer Ausbruch über 75.046 US-Dollar und anschließend über 76.616 US-Dollar würde den Weg Richtung 78.592 US-Dollar wieder öffnen. Hält die Unterstützung bei 72.953 US-Dollar nicht, dürfte sich der Abwärtsdruck in Richtung 71.504 US-Dollar und auf den strukturellen Boden bei 70.280 US-Dollar verstärken. Ein Tagesschluss über 76.615 US-Dollar würde die kurzfristig bärische These entkräften.