Bitcoin tut sich über 80.000 US-Dollar schwer: schwache Spot-Nachfrage und ETF-Abflüsse belasten

Odaily Planet Daily berichtet: Bitcoin rutschte am Donnerstag unter 78.000 US-Dollar. Die Zweifel an einer schnellen Erholung nehmen zu. Daten zeigen, dass Bitcoin-Spot-ETFs an vier Handelstagen in Folge Nettoabflüsse verzeichneten. Zu Wochenbeginn wurden zudem Long-Positionen im Umfang von rund 584 Mio. US-Dollar liquidiert, was die Risikoneigung weiter dämpfte. Analysten erwarten, dass BTC kurzfristig kaum dauerhaft über 80.000 US-Dollar bleiben kann, solange sich die Onchain-Spot-Nachfrage nicht erholt. Am stärksten steht derzeit Ethereum unter Druck. ETH-Spot-ETFs meldeten heute einen Nettoabfluss von 28,1 Mio. US-Dollar und damit den achten Handelstag in Folge Kapitalabzüge. Seit dem 7. Mai summieren sich die Abflüsse bei ETH-ETFs über neun Handelstage auf etwa 504 Mio. US-Dollar. Das ist die längste Phase anhaltender Mittelabzüge seit Februar dieses Jahres. Auch am Derivatemarkt verschärfte sich die Lage: Am Montag beliefen sich die Liquidationen im Krypto-Futures-Markt insgesamt auf rund 657 Mio. US-Dollar, davon entfielen 584 Mio. US-Dollar auf Long-Positionen. Es war das größte eintägige Long-Liquidationsereignis seit Anfang Februar dieses Jahres. Das Open Interest bei Bitcoin liegt aktuell rund 14% unter dem Hoch vom 6. Mai, die Leverage-Struktur gilt jedoch noch nicht als vollständig bereinigt. Onchain-Signale bleiben negativ. Glassnode verweist darauf, dass Bitcoin bei der vorherigen Rally bis 82.000 US-Dollar die Marke von 78.300 US-Dollar, den sogenannten "Realized Market Mean", nur kurz zurückeroberte und inzwischen wieder darunter notiert. In früheren Zyklen musste BTC in dieser Zone oft mehrere Wochen bis Monate konsolidieren, um eine Veränderung der Bullen-/Bärenstruktur zu bestätigen. Weitere Glassnode-Daten: Die Spot-CVD (Cumulative Volume Difference) von Bitcoin ist seit neun Handelstagen in Folge negativ. Damit handelt es sich um die längste Phase mit Nettoverkauf seit 2026. Gleichzeitig ist das stündliche Spot-Handelsvolumen von BTC im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025 um etwa 40% gesunken. Analysen zufolge bauen US-Investoren ihre Bestände seit dem vierten Quartal 2025 kontinuierlich ab, während asiatisches Kapital eher in den Akkumulationsmodus gewechselt ist. Im Optionsmarkt mehren sich vorsichtige Signale. Der BTC-25-Delta-Skew stieg zuletzt von 2,7% auf 6,2% und deutet auf deutlich höhere Nachfrage nach Absicherung gegen Kursrückgänge hin. Rund 2,5 Mrd. US-Dollar an Short-Gamma-Positionen konzentrieren sich auf den Strike bei 75.000 US-Dollar. Sollte BTC auf dieses Niveau fallen, könnten Absicherungsaktivitäten der Market Maker die Volatilität zusätzlich verstärken. Bei Altcoins bleibt die Kursentwicklung insgesamt eng an Bitcoin gekoppelt, die Bitcoin-Dominanz liegt weiter bei rund 60%. Hyperliquid und Zcash legten entgegen dem Trend zweistellig zu, was auf eine selektive Kapitalrotation hindeutet. (The Block)