Bitcoin rutscht unter 77.000 US-Dollar – Spot-ETFs verzeichnen Tagesabflüsse von 648,6 Mio. US-Dollar
Nach Angaben von CoinMarketCap setzt Bitcoin seine Schwäche fort: Von knapp 82.000 US-Dollar in der Vorwoche fiel der Kurs auf rund 76.900 US-Dollar. Der gesamte Kryptomarkt steht unter Druck, nachdem sich die Zuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs in deutliche Abflüsse gedreht haben. Dazu kommen zunehmende makroökonomische Risiken.
Die Abflüsse aus den ETF-Produkten haben sich spürbar beschleunigt. Am Montag meldeten US-Spot-Bitcoin-ETFs einen Nettoabfluss von 648,6 Mio. US-Dollar – der höchste Tageswert seit dem 29. Januar. Dabei entfielen auf BlackRocks IBIT 448,3 Mio. US-Dollar, auf Ark und 21Shares' ARKB 109,6 Mio. US-Dollar und auf Fidelitys FBTC 63,4 Mio. US-Dollar.
Bereits in der Vorwoche summierten sich die Nettoabflüsse aus US-Spot-Bitcoin-ETFs auf rund 1 Mrd. US-Dollar. Damit endete eine Serie von sechs Wochen mit Nettomittelzuflüssen. Seit dem 16. Mai nähert sich der gesamte Abfluss aus diesen Produkten ebenfalls der Marke von 1 Mrd. US-Dollar – ein Hinweis auf nachlassende institutionelle Risikobereitschaft.
Der Abbau konzentriert sich vor allem auf Long-Positionen. In der Abwärtsbewegung wurden Derivatepositionen schnell liquidiert: Innerhalb von 24 Stunden am Montag belief sich das Liquidationsvolumen im Kryptomarkt auf fast 657 Mio. US-Dollar. Rund 584 Mio. US-Dollar entfielen auf Longs, etwa 89%.
Bitcoin startete am Montag bei etwa 77.500 US-Dollar und setzte den Rückgang fort. Seit vergangenen Freitag hat die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarkts mehr als 100 Mrd. US-Dollar verloren und liegt bei rund 2,65 Bio. US-Dollar.
Onchain bleibt die Kapitalrückkehr verhalten. Zwar trieb eine jüngste Erholung Bitcoin kurzzeitig wieder in die Nähe von 82.000 US-Dollar, doch die Zuflüsse onchain seien schwächer als in den dynamischeren Phasen des vorangegangenen Bullenmarkts. Ein Indikator für monatliche Onchain-Kapitalflüsse zeigt derzeit eine Nettoveränderung der 30-Tage-Position von rund 2,8 Mrd. US-Dollar pro Monat – weiterhin unter den Niveaus früherer starker Aufwärtsphasen. Analysten von Bitfinex sehen darin ein Signal, dass die laufende Erholung nicht von ausreichend frischem Kapital getragen wird. In einem Umfeld dauerhaft hoher Zinsen steigt ohne anhaltende Zuflüsse die Anfälligkeit für externe Schocks.
Zusätzlich belastet die Lage im Nahen Osten die Risikostimmung. Die Spannungen zwischen Iran und den USA halten an, und das Risiko einer Ausweitung regionaler Konflikte nimmt zu. Das schürt Sorgen um Energietransporte und verstärkt die Befürchtungen über neuen Inflationsdruck weltweit.