Bitcoin-Einbruch löst 1,76 Mrd. US-Dollar an Liquidationen aus – Nachfrageboden weiter unklar

Kernaussage: Bitcoin fiel intraday bis auf 61.349 US-Dollar und löste dabei Liquidationen von rund 1,76 Mrd. US-Dollar aus. Anschließend erholte sich der Kurs in Richtung Mitte der 63.000er-Zone. Laut Lacie Zhang hat die Liquidationswelle überfüllte bullische Hebelpositionen aus dem Orderbuch gespült. Ein Bericht von Glassnode vom 3. Juni bezifferte den Rückgang von BTC auf 13% innerhalb von sieben Tagen; zugleich sank die Kostenbasis kurzfristiger Halter auf etwa 76.400 US-Dollar. Nicolai Sondergaard zufolge verzeichneten BTC und ETH nach dem Bounce Nettozuflüsse auf Börsen. US-gehandelte Spot-Bitcoin-ETFs setzten ihre Abflussserie derweil auf 13 Sitzungen in Folge fort, insgesamt mit Abzügen von rund 4,4 Mrd. US-Dollar. Standard Chartereds Geoffrey Kendrick bekräftigte sein Bitcoin-Kursziel von 100.000 US-Dollar bis Jahresende 2026. Ein Rutsch unter 60.000 US-Dollar berge das Risiko einer neuen Verkaufswelle. Warum das wichtig ist: Der Abbau von Hebel kann Zwangsverkäufe dämpfen. Für einen belastbaren Boden muss die Nachfrage zurückkehren – erst dann lässt sich eine Erholung als tragfähig einordnen. Marktstimmung: Vorsichtig bärisch; Risk-off; flow-getrieben; De-Risking. Begründung: Die Liquidationen von rund 1,76 Mrd. US-Dollar lassen die Gegenbewegung eher als Bereinigungsereignis erscheinen denn als bestätigte Nachfragerückkehr. Historischer Vergleich: Während des Bitcoin-Abverkaufs im Mai 2021 fiel BTC laut Chainalysis vom Hoch bei 58.000 US-Dollar am 12. Mai auf ein Tief bei 36.000 US-Dollar am 19. Mai und erholte sich anschließend in Richtung 40.000 US-Dollar. Chainalysis sah vor allem Retail-Verkäufe als Treiber. Unterschied: Aktuell stehen ETF-Abflüsse und Zuflüsse auf Börsen im Vordergrund. Das Verhalten institutioneller Nachfrage wird damit zum entscheidenden Bestätigungspunkt. Folgewirkungen: Eine Hebelbereinigung kann den Druck durch Zwangsliquidationen reduzieren. Hält das Spot-Angebot an, bleibt die Liquidität defensiv. Setzen sich ETF-Abflüsse und Börsenzuflüsse fort, muss der Liquidations-Reset nicht in einem Nachfrageboden münden. Normalisieren sich Funding-Raten, ohne dass das Open Interest zu schnell wieder steigt, kann sich eine sauberere Erholungsstruktur ausbilden. Chancen & Risiken: Chancen: Lassen ETF-Abflüsse nach oder drehen, und flauen Börsenzuflüsse ab, kann ein Positionsaufbau nach bestätigten Spot-Käufen als mögliches Einstiegssignal gelten. Risiken: Fällt Bitcoin unter 60.000 US-Dollar und halten ETF-Abflüsse an, kann eine Reduktion der Exponierung oder Absicherung helfen, das Abwärtsrisiko einer weiteren Welle erzwungener Verkäufe zu begrenzen.