Bitcoin rutscht unter 61.500 US-Dollar – Liquidationen von über 1,1 Mrd. US-Dollar belasten den Kryptomarkt

Der Kryptomarkt geriet am Mittwoch deutlich unter Druck: Bitcoin verlor innerhalb von weniger als einer Stunde mehr als 2.000 US-Dollar, fiel kurzzeitig bis auf 61.460 US-Dollar und erholte sich anschließend wieder über 64.000 US-Dollar. Mit dem Rücksetzer notierte Bitcoin erstmals seit dem 24. Februar wieder unter 63.000 US-Dollar. In der Folge wurden innerhalb von 24 Stunden gehebelte Positionen im Gesamtmarkt im Volumen von mehr als 1,1 Mrd. US-Dollar liquidiert. Ethereum gab prozentual stärker nach und rutschte bis in den Bereich um 1.732 US-Dollar, da Händler das Risiko quer durch den Markt reduzierten. Der Abverkauf löschte Milliarden an Marktkapitalisierung aus und zählte zu den volatilsten Handelssitzungen des Jahres 2026. Institutionelle Verkäufe verstärken die Schwäche Abraxas Capital, ein Krypto-Investmenthaus, soll in den vergangenen 24 Stunden 2.469 Bitcoin im Wert von rund 166 Mio. US-Dollar zu einem Durchschnittspreis von 67.210 US-Dollar verkauft haben. Laut dem Onchain-Tracking-Dienst Hupzy überwies das Unternehmen 1.469 Bitcoin an Kraken und zog 22,7 Mio. USDC ab. Die Verkäufe trafen auf einen bereits angeschlagenen Markt und erhöhten den Angebotsdruck. Zusätzlich meldete Lookonchain, dass Wallets mit Bezug zu Mt. Gox 116,3 Bitcoin im Gegenwert von etwa 8,16 Mio. US-Dollar an Bitstamp transferierten. Das Volumen gilt im Verhältnis zu den täglichen Handelsumsätzen als gering, Bewegungen aus Mt.-Gox-Adressen werden jedoch aufmerksam verfolgt – vor dem Hintergrund anhaltender Sorge vor Verkäufen durch Gläubiger. Einschätzungen aus dem Markt Die Bedeutung des Rückgangs wird unterschiedlich bewertet. Peter Schiff erklärte, Bitcoin habe im Bereich um 61.000 US-Dollar zunächst Unterstützung gefunden und sich um mehr als 2.000 US-Dollar von den Tiefs erholt. Er zweifelte jedoch, ob die Erholung genügend Überzeugungskraft besitzt, um zu halten. Zudem verwies er auf eine mögliche beginnende Korrektur bei Tech-Aktien, die Bitcoin belasten könnte, während Gold seiner Ansicht nach als „sicherer Hafen“ profitieren dürfte. Die Krypto-Analystin Wendy O erinnerte daran, dass Bitcoin in früheren Zyklen deutlich stärkere Drawdowns überstanden habe – etwa den Rückgang von über 5.000 US-Dollar auf nahezu 3.000 US-Dollar. Benjamin Cowen argumentierte mittelfristig konstruktiver: Sobald die Euphorie rund um große Börsengänge in traditionellen Märkten nachlasse, könnte Kapital wieder in Bitcoin zurückrotieren, wenn Investoren nach der nächsten Gelegenheit suchen. Bitcoin hat sich zwar vom Tagestief erholt, doch die Kombination aus steigenden Liquidationen, institutionellen Verkäufen und neuer Risikoscheu hält die Stimmung fragil mit Blick auf den nächsten Handelstag.