Bitcoin fällt auf 77.000 US-Dollar – ETFs verzeichnen wöchentliche Nettoabflüsse von 1 Mrd. US-Dollar
Wie CoinDesk berichtet, hat sich Bitcoin am Wochenende erneut abgeschwächt: Von rund 82.000 US-Dollar am vergangenen Donnerstag ging es auf knapp 77.000 US-Dollar. Belastet wurden Risikoanlagen insgesamt durch gleichzeitig steigende Renditen bei US-Staatsanleihen und höhere Ölpreise. Ethereum und Solana gerieten dabei stärker unter Druck.
Makroseitig zogen die Renditen weiter an: Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries stieg auf 4,6%, die 30-jährige Rendite überschritt erstmals seit Mai 2025 die Marke von 5%. Parallel kletterte Öl auf etwa 102 US-Dollar je Barrel, Gold blieb auf erhöhtem Niveau. Das deutet auf neue Inflationssorgen und Unsicherheit über den weiteren Zinskurs hin.
Vor diesem Hintergrund gaben Kryptoassets breit nach. Bitcoin notiert bei etwa 77.400 US-Dollar, rund 1,3% im Tagesminus. Ethereum liegt bei rund 2.140 US-Dollar und damit knapp 10% im Wochenvergleich niedriger. Solana hat vorherige Gewinne abgegeben und ist auf etwa 85 US-Dollar zurückgefallen.
Auch von der ETF-Seite kam wenig Unterstützung. Zwar verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs am vergangenen Freitag Nettozuflüsse von rund 290 Mio. US-Dollar, in der Gesamtwoche standen aber Nettoabflüsse von 995 Mio. US-Dollar zu Buche. Damit endete eine Serie von sechs Wochen mit Nettozuflüssen. Spot-Ethereum-ETFs meldeten im selben Zeitraum Nettoabflüsse von rund 66 Mio. US-Dollar.
Mit nachlassenden ETF-Mittelzuflüssen und steigenden Zinserwartungen sinkt die Risikobereitschaft. Der Bericht verweist zudem darauf, dass die Wetten auf eine weitere Zinserhöhung im Jahr 2026 zugenommen haben, was den kurzfristigen Druck auf besonders volatile Anlagen erhöht.
Neben Bitcoin fielen die meisten großen Token. Auch Meme-Coins wie DOGE, TRUMP und BONK verzeichneten deutlichere Rückgänge. Als Ausreißer stieg HYPE auf der Hyperliquid-Plattform laut Bericht um etwa 6% gegen den Trend, konnte die insgesamt schwache Stimmung aber nicht drehen.
Unterm Strich dominieren steigende Zinsen und Energiepreise das aktuelle Belastungsbild. Die negativen ETF-Kapitalflüsse schwächen die kurzfristige Stützung zusätzlich. Bleiben die Renditen hoch, dürfte die Volatilität anhalten.