Bitcoin und Ethereum unter Druck: Fed lässt Zinsen unverändert, Öl und Gas springen an
Laut ChainCatcher unter Berufung auf CoinDesk ist Bitcoin auf rund 70.000 US-Dollar zurückgefallen. Ethereum rutschte auf 2.160 US-Dollar. Der Kryptomarkt steht damit insgesamt unter Druck.
Makroseitig treffen zwei Belastungsfaktoren zusammen. Erstens hat die US-Notenbank die Zinsen unverändert gelassen und die Spanne für den Federal Funds Rate bei 3,5% bis 3,75% belassen. Damit wurde der Zinssenkungszyklus ausgesetzt, der US-Dollar gewann an Stärke und Risikowerte gerieten breiter unter Abgabedruck.
Zweitens sorgt die Eskalation im Nahen Osten für neue Energiepreisschübe. Nach Israels Angriff auf Irans South-Pars-Gasfeld griff Iran zentrale Energieinfrastruktur im Golf an. Brent stieg auf 114 US-Dollar, Oman-Rohöl auf 150 US-Dollar. Europäische Erdgas-Futures legten um etwa 25% auf über 78 Euro je MWh zu.
Am Derivatemarkt wurden in den vergangenen 24 Stunden nahezu 600 Mio. US-Dollar an gehebelten Krypto-Positionen liquidiert, überwiegend Long-Positionen. Das deutet darauf hin, dass der nächtliche Rückgang viele bullishe Trader überrascht hat. Das gesamte Open Interest über alle Futures-Kontrakte sank um 5,6% auf 106,9 Mrd. US-Dollar, das Open Interest in Ethereum-Futures ging um 9% zurück.
Die Funding Rates für große Assets wie BTC, ETH, BNB und SOL drehten ins Negative und signalisieren wieder steigende Nachfrage nach Short-Positionen. Der 30-Tage-Index der impliziten Bitcoin-Volatilität (BVIV) stieg um mehr als 5% auf 58,36 und drehte damit den Abwärtstrend der Vorwoche. Auf Deribit zog zudem der Put-Call-Skew sowohl bei Bitcoin als auch bei Ethereum an, was wachsende Sorgen vor weiterem Abwärtspotenzial widerspiegelt.