Bitcoin rutscht nach Fed-Entscheid unter 75.000 US-Dollar – Zinsstopp bei hoher Unsicherheit
Kurzüberblick: Die US-Notenbank belässt den Leitzins in der Spanne von 3,5% bis 3,75% – bei einer geteilten Abstimmung. Bitcoin fiel unmittelbar nach der offiziellen Mitteilung kurzzeitig unter 75.000 US-Dollar. Marktbeobachter sehen im geplanten "Clarity Act" den nächsten möglichen Impulsgeber auf der Oberseite.
Am Mittwoch zeigte sich der Kryptomarkt äußerst volatil. Nach dem Zinsentscheid der Federal Reserve geriet Bitcoin unter Druck, nachdem das Federal Open Market Committee (FOMC) keine Änderungen vorgenommen und den Zinskorridor bei 3,5% bis 3,75% belassen hatte. Obwohl der Schritt laut Prognosemodellen weitgehend eingepreist war, reagierte der Markt sofort: Der Kurs rutschte innerhalb weniger Minuten von rund 76.200 US-Dollar auf Niveaus unter 75.000 US-Dollar.
Auffällig war die ungewöhnlich breite Uneinigkeit innerhalb des Gremiums – der stärkste Dissens seit 30 Jahren. Acht Mitglieder stimmten für den Status quo, vier votierten abweichend mit Blick auf den weiteren Kurs der Geldpolitik.
Globale Unsicherheit und Warsh's "Pivot Party"
Trotz Zinspause bleiben Sorgen über hartnäckige Inflation sowie geopolitische Spannungen im Nahen Osten ein Belastungsfaktor für die Konjunkturprojektionen. Die Notenbank verwies auf eine deutlich erhöhte Unsicherheit für den weiteren Ausblick. Teile des Marktes hatten Hinweise auf eine flexiblere Gangart erwartet – befeuert durch Spekulationen über eine mögliche Nominierung von Kevin Warsh. Die Haltung einzelner Abweichler dämpfte jedoch die Hoffnung auf eine kurzfristige Zinssenkung.
Auch andere große Kryptowährungen folgten der schwachen Tendenz. Ethereum, Solana und XRP weiteten ihre zuvor angelaufenen Verluste aus und fielen auf Tiefstände, die seit mindestens zwei Handelswochen nicht mehr erreicht wurden.
Gesetzgebung und Unternehmenszahlen im Fokus
Ungeachtet des Fed-Effekts verweisen mehrere Experten darauf, dass der nächste entscheidende Treiber für Bitcoin aus dem US-Rechtsrahmen kommen könnte. Im Mittelpunkt steht der "Clarity Act", der BTC als digitales Rohstoff-Asset (digital commodity) unter die Zuständigkeit der CFTC stellen soll. Ein solcher Schritt könnte Banken ermöglichen, digitale Vermögenswerte zu verwahren, ohne von Aufsehern mit restriktiven Kapitalanforderungen belegt zu werden.
Das Vorhaben ist im Kongress allerdings noch nicht durch. Streitpunkte betreffen unter anderem Stablecoins sowie ethische Vorgaben.
Parallel richtet sich der Blick der Märkte auf die anstehenden Quartalszahlen der großen US-Techwerte, den sogenannten "Magnificent Seven". Enttäuschungen beim Wachstum rund um Künstliche Intelligenz könnten den Verkaufsdruck bei Risikoanlagen kurzfristig weiter erhöhen.