Bitcoin rutscht nach BlackRock-ETF-Abflüssen, Strategy-Verkauf und Mt.-Gox-Transfers ab

Bitcoin hat in der vergangenen Woche mehr als 15.000 US-Dollar eingebüßt und ist von 82.400 auf 65.856 US-Dollar gefallen. In nur 48 Stunden wurden Krypto-Positionen im Umfang von über 2,41 Mrd. US-Dollar liquidiert. Allein innerhalb einer Stunde verschwanden 93 Mio. US-Dollar an Futures-Positionen – 95% davon Longs, die von der Bewegung auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Drei Faktoren hinter dem Einbruch Im Fokus stand zunächst BlackRock. IBIT, der weltweit größte Bitcoin-ETF, verzeichnete im Mai an neun Handelstagen in Folge Abflüsse. In Summe wurden dem Fonds im Monatsverlauf 2,43 Mrd. US-Dollar entzogen. Besonders aufhorchen ließ ein einzelner Darkpool-Blockverkauf über 1,26 Mrd. US-Dollar, der am 26. Mai ausgeführt wurde – ein institutionelles Volumen, das unmittelbar Fragen nach dem Verkäufer und den Motiven aufwirft. Eine öffentliche Erklärung gibt es bislang nicht. Zweiter Auslöser war Strategy. Das von Michael Saylor geführte Unternehmen meldete seinen ersten Bitcoin-Verkauf seit Dezember 2022: 32 BTC wurden für 2,5 Mio. US-Dollar veräußert, um Verpflichtungen aus Dividenden auf Vorzugsaktien zu bedienen. Gemessen an den 843.706 BTC, die Strategy hält, ist das Volumen gering – die Signalwirkung war es nicht. Der Markt hatte Strategy über Jahre als Käufer ohne Bedingungen betrachtet. Als diese Gewissheit Risse bekam, kippte auch die Stimmung. Als dritter Faktor gilt Mt. Gox. Die nicht mehr aktive Börse transferierte am 2. Juni 10.422 BTC im Gegenwert von rund 739 Mio. US-Dollar auf neue Wallets – der größte Transfer seit Monaten. Da die Frist für Gläubiger-Rückzahlungen auf Oktober 2026 terminiert ist, heizt jede größere Wallet-Bewegung Spekulationen über mögliche Verkäufe durch Gläubiger an, die seit Jahren auf die Rückzahlung ihrer Mittel warten. Altcoins senden ein ungewöhnliches Signal Trotz des deutlichen Bitcoin-Rückgangs fällt eine Abweichung im Marktverhalten auf: Altcoins reagieren nicht wie in typischen Bitcoin-Crashs. In klassischen Risk-off-Phasen zieht ein 10%-Minus bei Bitcoin häufig Rückgänge von 20% bis 40% bei Altcoins nach sich. Dieses Muster zeigt sich diesmal nicht. Ethereum liegt am Tag 5% im Minus, hält sich aber über 1.824 US-Dollar. Solana verliert 5,14%, bleibt aus Sicht der Marktstruktur stabil. BNB gibt 5,62% nach. Hyperliquid liegt über die vergangenen sieben Tage nahezu 20% im Plus. Analyst Michaël van de Poppe verwies auf diese Divergenz. Bitcoin notiert inzwischen weniger als 10% unter seinem 200-Wochen-Durchschnitt, liegt auf einer starken monatlichen Unterstützungszone und weist einen täglichen RSI unter 25 auf – ein Niveau, das historisch häufig zumindest eine kurzfristige Bodenbildung eingeleitet hat. Van de Poppe zufolge könnten Altcoins nach oben ausbrechen, falls sich Bitcoin auf diesem Niveau stabilisiert. Er spricht von einem Setup, das die Voraussetzungen für einen "Altcoin-Sommer" schafft. Schlagworte: Krypto-News