Bitcoin rutscht auf 66.000 US-Dollar ab: ETF-Abflüsse und Mt.-Gox-Bewegungen belasten
Bitcoin stand am 3. Juni unter starkem Verkaufsdruck. Innerhalb von 24 Stunden fiel der Kurs um rund 6,5% auf etwa 66.000 US-Dollar. Der Rückgang löste am gesamten Kryptomarkt Liquidationen von mehr als 1,7 Mrd. US-Dollar aus und zählt damit zu den größten Hebel-Abverkäufen der vergangenen Monate.
Laut einem Analysten trifft den Markt derzeit eine Häufung negativer Faktoren.
Ein zentraler Belastungsfaktor sind anhaltende Abflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs. Über elf Handelstage in Folge zogen Anleger insgesamt rund 3,45 Mrd. US-Dollar aus diesen Produkten ab, was den Verkaufsdruck hoch hält.
Zusätzlich sorgte Strategy (ehemals MicroStrategy) für Aufmerksamkeit: Das Unternehmen verkaufte 32 BTC. Zwar ist das Volumen im Verhältnis zu den gesamten Beständen gering, es handelt sich jedoch um den ersten Bitcoin-Verkauf seit 2022.
Auch neue Aktivitäten von Wallets mit Bezug zu Mt. Gox drückten auf die Stimmung. Berichte über Test-Transfers an Börsen schürten erneut die Sorge, dass im Zuge fortlaufender Gläubiger-Rückzahlungen zusätzliches Bitcoin-Angebot in den Markt gelangen könnte.
Die Risikostimmung kippte spürbar. Der Crypto Fear & Greed Index fiel innerhalb eines Tages von 23 auf 11 und rutschte damit tiefer in den Bereich "Extreme Fear". Nachdem Bitcoin wichtige Kursmarken unterschritt, wurden gehebelte Long-Positionen abgebaut, was den Abverkauf beschleunigte und die Liquidationssumme von 1,7 Mrd. US-Dollar mit antreiben dürfte.
Der Kryptoanalyst Michaël van de Poppe sieht in der Zone um 66.000 US-Dollar einen Bereich, der als Unterstützung wirken könnte. Als weiteres Schlüsselniveau nennt er den Bereich um 61.000 US-Dollar, wo die 200-Wochen-Durchschnittslinie verläuft. Er erklärte, er wolle weiter Positionen aufbauen, falls der Kurs tiefer in diese Spanne läuft.
Skeptischer äußerte sich der langjährige Bitcoin-Kritiker Peter Schiff. Er hält eine Bodenbildung für verfrüht und warnte, dass ein Bruch der Marke von 50.000 US-Dollar einen schnellen Rückgang unter 20.000 US-Dollar nach sich ziehen könne. Zudem kritisierte er Strategys Bitcoin-Fokus und verwies auf steigende Risiken rund um die Finanzprodukte des Unternehmens in einem anspruchsvolleren Marktumfeld.
Am Markt richtet sich der Blick nun darauf, ob die Unterstützung um 66.000 US-Dollar hält, während die Angststimmung dominiert.