Bitcoin-Erholung gilt als fragil: Abflüsse aus Spot-ETFs belasten
Laut CoinDesk hat Bitcoin die Marke von 63.000 US-Dollar zurückerobert. Aus Sicht internationaler Medien steht die Erholung allerdings auf wackligem Fundament: In der vergangenen Woche verzeichneten die 11 US-Spot-Bitcoin-ETFs zusammen Nettoabflüsse von 1,72 Mrd. US-Dollar. Die Rückgaben hätten sich damit drei Wochen in Folge beschleunigt – ein Signal für anhaltenden Kapitalabzug.
Auffällig sei die Kombination aus Mittelabflüssen und überschaubarem Handelsinteresse. Daten von SoSoValue zufolge lag das gesamte Handelsvolumen der 11 ETFs in der vergangenen Woche bei 18,43 Mrd. US-Dollar. Das sei nicht besonders hoch, gehe aber mit deutlichen Nettoabflüssen einher. Das spreche eher für anhaltenden Verkaufsdruck als für eine schnelle Panik-Liquidation.
Zum Vergleich verweisen die Beobachter auf Anfang Februar: Damals fiel Bitcoin ebenfalls in Richtung 60.000 US-Dollar. Die wöchentlichen ETF-Nettoabflüsse betrugen zu dieser Zeit nur 318 Mio. US-Dollar, das Handelsvolumen lag jedoch bei 46,15 Mrd. US-Dollar. Ein derart hohes Volumen mit starkem Umschlag wirke eher wie eine zeitlich begrenzte Bereinigung nach intensiven Auseinandersetzungen zwischen Bullen und Bären.
Kennzahlen im Überblick:
- Nettoabflüsse der ETFs in der vergangenen Woche: 1,72 Mrd. US-Dollar
- Gesamt-Handelsvolumen der ETFs in der vergangenen Woche: 18,43 Mrd. US-Dollar
- Nettoabfluss in der vergleichbaren Abwärtsphase Anfang Februar: 318 Mio. US-Dollar
Ob die Erholung trägt, bleibt offen. Größere Vorsicht sei geboten, weil die Abflüsse zunehmen, ohne dass die Handelsaktivität spürbar anzieht. Das deute typischerweise auf zu geringe Kaufunterstützung hin – mit der Folge, dass die Kurse auch nach einer Erholung weiter stark schwanken können. Entsprechend sehen internationale Medien in der Bewegung vom Tief noch keinen klaren Start einer neuen Aufwärtsphase. Für mehr Stabilität dürfte es eine deutlichere Belebung der ETF-Nachfrage brauchen.
Zudem habe der jüngste Rücksetzer Bitcoin in die Nähe einer wichtigen technischen Retracement-Zone gebracht. Ein weiterer Bruch darunter könnte den Verkaufsdruck erhöhen. Diese Einschätzung sei jedoch rein technischer Natur; im Mittelpunkt stehe die Entwicklung der Kapitalflüsse.
Als weitere Einflussfaktoren für die Liquidität nennt der Bericht mögliche große Aktienplatzierungen von SpaceX und Anthropic. Sollten solche IPOs voranschreiten, könnten sie Liquidität aus breiteren Märkten abziehen – mit potenziellen Auswirkungen auch auf Krypto-Assets. Zweiter Punkt ist die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten für Mai in dieser Woche. Fielen die Daten erneut stark aus, könnte die Volatilität bei Anleihen und Risk Assets zunehmen. Erwartet werde, dass der monatliche Anstieg der Lebenshaltungskosten wieder über 4% liegt.
Unterm Strich lautet die Kernaussage: Bitcoin hat zwar kurzfristig zugelegt, doch die ETF-Kapitalflüsse sind bislang nicht zurückgekehrt, und das externe Liquiditätsumfeld hat sich nicht spürbar verbessert. Damit fehlt der Kurserholung weiterhin eine robustere Basis.