On-Chain-Signale deuten auf Bodenbildung hin: Bitcoins Marktstruktur könnte sich drehen
Viele Anleger stellen derzeit dieselbe Frage: Warum steigt Bitcoin nicht? ETFs sind verfügbar, die Unternehmensadoption nimmt zu, und regulatorische Leitplanken werden klarer. Trotzdem ist Bitcoin in Richtung der Marke von 60.000 US-Dollar gefallen und hat zuletzt neue Zyklustiefs markiert.
Der Grund liegt womöglich weniger bei Bitcoin selbst als beim Wettbewerb um Kapital. Starke Anlagethemen wie Künstliche Intelligenz und eine mögliche Welle großer Technologie-IPOs ziehen Mittel an. Während Investoren in diese Geschichten umschichten, fehlen im Kryptomarkt neue Käufer.
On-Chain-Daten zeichnen zugleich ein anderes Bild. Drei Kennzahlen stehen im Fokus: • LTHSOPR-/STHSOPR-Verhältnis • Supply in Profit • 200-Wochen-Durchschnitt und Realized Price.
Das LTHSOPR-/STHSOPR-Verhältnis ist deutlich gesunken. Das signalisiert, dass Langfrist-Halter nicht mehr die hohen Gewinne realisieren, wie sie im vorherigen Bullenmarkt üblich waren. Der Anteil "Supply in Profit" ist auf rund 47% gefallen. Damit liegen inzwischen mehr als die Hälfte der Bitcoin-Bestände nur noch auf Einstand oder im Minus. Das unterscheidet sich klar von Bullenmarktphasen, in denen häufig über 90% des Angebots im Gewinn sind.
Parallel nähert sich Bitcoin zwei historisch wichtigen Bewertungsniveaus: dem 200-Wochen-Durchschnitt und dem Realized Price. Beide haben in früheren Bärenmärkten als zentrale Unterstützungszonen fungiert.
In Summe sprechen die Signale dafür, dass spekulative Übertreibungen weitgehend abgebaut sind. Die Stimmung hat sich von Euphorie zu Vorsicht gedreht, viele Marktteilnehmer bewegen sich in eine Phase der Geduld und Akkumulation.
Eine Bodenbildung ist damit nicht garantiert. Die Daten deuten aber darauf hin, dass es sich nicht um ein strukturelles Versagen handelt, sondern um eine Nachfrageschwäche in einem Umfeld, in dem Bitcoin gegen einige der stärksten Investment-Narrative der globalen Märkte konkurriert. Der Markt bleibt in einer kritischen Phase des Bodentests. Der nächste größere Impuls dürfte davon abhängen, ob frisches Kapital in das Bitcoin-Ökosystem zurückkehrt.