Bitcoin-Miner verkaufen im Q1 2026 32.000 BTC – Hashprice rutscht unter die Gewinnschwelle

Die Abflüsse der Bitcoin-Miner deuten zunehmend auf einen Stresszyklus hin: Nicht freiwillige Gewinnmitnahmen, sondern operativer Druck bestimmt das Angebot am Markt. In den Jahren 2022 und 2023 gaben Miner pro Quartal rund 15.000 bis 20.000 BTC ab und sorgten so kontinuierlich für Liquidität. 2024 ließ der Verkaufsdruck nach, die Nettoflüsse fielen unter 10.000 BTC und drehten im Q4 kurzzeitig ins Negative – ein Zeichen für eine nur vorübergehende Entlastung der Bilanzen. Quelle: The EnergyMag.com Diese Entspannung hielt nicht. Im Q1 2026 wurden mehr als 32.000 BTC verkauft, was auf eine Phase erzwungener Liquidationen hindeutet. Auslöser ist der Rückgang des Hashprice auf etwa 33 US-Dollar pro PH/s/Tag und damit unter die Break-even-Marke von 35 US-Dollar. Damit arbeitet laut Schätzung knapp ein Fünftel der Miner mit Verlust. Sinkende Miner-Reserven in Richtung 1,8 Millionen BTC bringen zusätzliches Angebot in Umlauf – entscheidend wird, ob die Nachfrage dieses Volumen absorbiert oder die Volatilität anhält. Erschöpfung statt zusätzlicher Verkaufswellen Mit dem Abklingen der Zwangsverkäufe verschiebt sich das Verhalten der Miner von akutem Druck hin zu Erschöpfung. In früheren Zyklen gingen Spitzen der Kennzahl "Selling Power" häufig mit Zyklushochs einher, getrieben von Gewinnmitnahmen und Margendruck. Quelle: CryptoQuant Nach dem Halving verliert dieses Muster an Kraft: Sinkende Block-Rewards und das Ausscheiden schwächerer Miner erklären den deutlichen Rückgang der Selling Power auf 5,9. Gleichzeitig blieb der Miner's Position Index (MPI) über Wochen im negativen Bereich, häufig zwischen 0,8 und 1,0. Das spricht für geringere Abflüsse an Börsen. Quelle: CryptoQuant Diese Phase gilt als Hinweis, dass der dringendste Angebotsüberhang bereits abgebaut wurde. Der MPI nähert sich nun wieder der Nulllinie, was für eine Stabilisierung statt Beschleunigung der Verkäufe steht. Damit verschiebt sich der Fokus auf die Nachfrageseite: Eine Stabilisierung nahe 77.000 US-Dollar hängt stärker von anhaltenden Kapitalzuflüssen ab als vom Verhalten der Miner. Nachfrage übernimmt – ETFs müssen Restangebot aufnehmen Wenn Miner-Druck in Erschöpfung übergeht, rückt eine nachfragegetriebene Marktphase in den Vordergrund. Übrig bleibendes Angebot muss vor allem über ETFs absorbiert werden. Zuflüsse zeigten wiederholt Spitzen von über 300 Millionen US-Dollar – ein Signal für hohe Aufnahmefähigkeit, weniger für kontinuierliche Akkumulation. Die Diskrepanz ist relevant, weil der MPI zuvor tief negativ blieb und bis in Bereiche um 1,04 fiel, bevor er sich stabilisierte. Das unterstreicht, dass sich Miner-Abflüsse bereits spürbar verlangsamt haben. Mit nachlassendem strukturellem Verkaufsdruck nimmt der Zwangswiderstand für den Kurs ab. ETFs treten bislang jedoch eher punktuell auf, ohne dass sich Zuflüsse verstetigen. Gleichzeitig bleibt das Spot-Volumen hinter dem Derivatemarkt zurück. Solange Bitcoin nahe 77.000 US-Dollar notiert, entscheidet eine verlässlichere institutionelle Nachfrage über die Fortsetzung. Uneinheitliche Zuflüsse könnten die Seitwärtsphase verlängern – trotz besserer Angebotslage. Fazit Nach dem Abverkauf von 32.000 BTC hat der Markt das Miner-Angebot zunächst aufgenommen, die Kontrolle verlagert sich im Bereich um 77.000 US-Dollar auf die Nachfrage. Bitcoin ist nun stärker auf konstante Zuflüsse angewiesen; bleibt die Nachfrage ungleichmäßig, droht trotz nachlassenden Verkaufsdrucks eine anhaltende Konsolidierung.