Bitcoin rutscht unter 73.000 US-Dollar – Rekordabfluss bei BlackRocks IBIT-ETF
Wie Huo Xing Finance berichtet, ist der Kryptomarkt am Donnerstagmorgen deutlich unter Druck geraten. Bitcoin fiel unter die Marke von 73.000 US-Dollar. Zeitgleich verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs den größten Nettoabfluss an einem Tag seit Ende Januar.
Nick Ruck, Director of LVRG Research, führt den Kursrutsch auf eine ausgeprägte Risk-off-Stimmung nach den jüngsten Höchstständen zurück. Gewinnmitnahmen, gestiegene Renditen von US-Staatsanleihen und geopolitische Schlagzeilen hätten die Vorsicht am Markt verstärkt. Beobachter sehen zudem eine Kapitalrotation in klassische Finanzwerte. Nach dem Unterschreiten wichtiger Kursniveaus hätten umfangreiche Liquidationen im Derivatehandel zusätzlichen Abwärtsdruck erzeugt.
Daten zufolge belief sich der Nettoabfluss aus US-Spot-Bitcoin-ETFs am Mittwoch auf 733,4 Mio. US-Dollar – der stärkste Tagesabfluss seit dem 29. Januar. BlackRocks IBIT verzeichnete dabei einen Nettoabfluss von 527,8 Mio. US-Dollar und damit den größten Tagesabfluss seit Auflegung des Fonds. Sechs weitere ETFs, darunter Grayscales GBTC, wiesen ebenfalls negative Mittelbewegungen aus. Lediglich Morgan Stanleys MSBT meldete einen Nettozufluss von 4,3 Mio. US-Dollar.
Analysten erklären die Abflüsse mit dem Abbau von Basis-Trades und einer Reduzierung von Risiken durch institutionelle Investoren; der Rekordabfluss bei IBIT sei zusätzlich von größeren Transaktionen am Vortag beeinflusst worden. Peter Chung, Research Director bei Presto Research, sprach von einem "ungewöhnlichen Handelsmuster" seit Mitte Mai: Bitcoin sei in den vergangenen zwei Wochen kontinuierlich gefallen und habe sich schlechter entwickelt als Risikoanlagen wie S&P 500 und Nasdaq – vor allem wegen der Mittelabflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs.
Im Fokus stehen nun die ETF-Kapitalflüsse sowie die Unterstützungszone von Bitcoin um 70.000 US-Dollar. Anhaltende Abflüsse könnten laut Analysten auf eine weitere Umschichtung institutioneller Krypto-Allokationen hindeuten.
Makroseitig starteten die asiatischen Märkte am Donnerstag schwächer. Der Hang Seng Index in Hongkong und der japanische Nikkei 225 gaben nach, nachdem es trotz eines fragilen Waffenstillstandsabkommens erneut zu Angriffen zwischen den USA und dem Iran gekommen war.