Bitcoin rutscht unter 73.000 US-Dollar – BlackRocks IBIT verzeichnet größten Mittelabfluss seit Auflegung

Der Kryptomarkt ist am Morgen des 28. Mai deutlich unter Druck geraten. Bitcoin fiel unter 73.000 US-Dollar. Der Rückgang fiel zeitlich mit dem stärksten eintägigen Nettoabfluss aus US-Spot-Bitcoin-ETFs seit Ende Januar zusammen. Nick Ruck, Director of LVRG Research, führt die Bewegung auf eine ausgeprägte "Risk-off"-Stimmung nach den jüngsten Hochs zurück. Gewinnmitnahmen und makroökonomische Vorsicht hätten zugenommen, begünstigt durch steigende Renditen von US-Staatsanleihen sowie geopolitische Nachrichten. Marktbeobachter verweisen zudem auf eine Umschichtung von Kapital in traditionelle Finanzwerte. Das Unterschreiten wichtiger Kursmarken habe umfangreiche Liquidationen im Derivatebereich ausgelöst und den Abwärtsdruck verstärkt. Daten zufolge verbuchten US-Spot-Bitcoin-ETFs am Mittwoch Nettoabflüsse von 733,4 Mio. US-Dollar – der höchste Tageswert seit dem 29. Januar. Auf BlackRocks IBIT entfielen 527,8 Mio. US-Dollar, der größte eintägige Abfluss seit Fondsstart. Sechs weitere Produkte, darunter Grayscales GBTC, verzeichneten ebenfalls Nettoabflüsse. Lediglich Morgan Stanleys MSBT meldete einen Nettozufluss von 4,3 Mio. US-Dollar. Analysten erklären die Abflüsse mit der Auflösung von Basis-Trades und De-Risking institutioneller Investoren. Beim Rekordabfluss aus IBIT hätten zudem große Transaktionen vom Vortag eine Rolle gespielt. Peter Chung, Head of Research bei Presto Research, sieht seit Mitte Mai ein "ungewöhnliches Handelsmuster": Bitcoin sei in den vergangenen zwei Wochen wiederholt gefallen und habe Risikoanlagen wie den S&P 500 und den Nasdaq unterperformt – vor allem wegen Abflüssen aus Spot-Bitcoin-ETFs. Im Fokus stehen nun die ETF-Mittelströme und die Unterstützungszone um 70.000 US-Dollar. Anhaltende Abflüsse könnten darauf hindeuten, dass Institutionelle ihre Krypto-Allokationen weiter anpassen. Auch das Makroumfeld blieb belastend: In Asien eröffneten die Märkte am Donnerstag schwächer. Der Hang Seng Index in Hongkong und der Nikkei 225 in Japan gaben nach, nachdem die USA und Iran vor dem Hintergrund eines fragilen Waffenruheabkommens erneut Angriffe gemeldet hatten.