Trumps harte Iran-Töne belasten Risikoanlagen: Bitcoin rutscht unter 77.000 US-Dollar

BlockBeats berichtet: Am 18. Mai gerieten der Kryptomarkt und andere globale Risikoanlagen unter Druck, nachdem US-Präsident Trump in scharfen Worten Iran ins Visier genommen hatte. Trump sagte, Iran "läuft die Zeit davon" und "sollte schnell handeln, sonst wird es nichts mehr haben". In der Folge sprang Brent-Rohöl kurzzeitig auf über 112 US-Dollar je Barrel. Bitcoin fiel um rund 2,4% auf 76.500 US-Dollar und markierte damit den niedrigsten Stand seit dem 30. April. Ethereum gab etwa 3,5% auf 2.116 US-Dollar nach und machte damit nahezu die gesamten Gewinne seit April zunichte. Auch US-Aktienfutures standen unter Druck: S&P-500-Futures verloren 0,3%, Nasdaq-100-Futures 0,25%. Derivatedaten deuten auf ein breit angelegtes Deleveraging hin. Das nominale Handelsvolumen über alle Kontrakte stieg in den vergangenen 24 Stunden um 65% auf 159 Mrd. US-Dollar, während das Open Interest um 1,48% auf 125 Mrd. US-Dollar sank. Die Liquidationen schossen um 500% auf 677 Mio. US-Dollar nach oben – ein Signal für Positionsabbau statt neuer Richtungswetten. Altcoins blieben deutlich hinter den großen Coins zurück. BCH verlor 10%, DOGE 4,5%. Der CoinDesk Meme Index fiel um 2,2% und zählte damit zu den schwächsten Segmenten. Bei BCH mehren sich Anzeichen für einen "überfüllten Short": Das Open Interest stieg um 13% auf 1,47 Mio. Kontrakte, die Perpetual-Funding-Rate sank auf annualisierte 72% und war damit die negativste unter den großen Kryptowährungen. Dreht die Stimmung, könnte eine kräftige Short Squeeze folgen. Relativ robust zeigte sich ZEC: Das Open Interest stieg den dritten Tag in Folge und überschritt 2 Mio. Kontrakte. Das Netto-Kaufvolumen der letzten 24 Stunden zählt zu den höchsten unter den großen Kryptowährungen, die Funding-Rate liegt bei etwa 4% und damit klar unter überhitzten Niveaus. ZEC legte in diesem Quartal um 111% zu; der Markt sieht weiteres Potenzial, falls sich das Gesamtumfeld stabilisiert. Auch bei HYPE, CRO und TON nahm das Open Interest zu. Abgesehen von ZEC, TON und HYPE wiesen die meisten der 25 größten Token negative kumulierte Volume Deltas (CVD) auf – ein Hinweis, dass der Markt weiterhin von aggressivem Verkaufsdruck dominiert wird. Bei der Volatilität zog die 30-Tage-implizite Volatilität von Bitcoin (BVIV) seit dem 9. Mai von 40% auf 42% an. Der US-Treasury-Volatilitätsindikator MOVE sprang am vergangenen Freitag um 14% und verzeichnete damit den stärksten Tagesanstieg seit dem 26. März. Anleger sorgen sich, dass zunehmender globaler Finanzstress die Panikstimmung im Kryptomarkt weiter anfachen könnte.