Bitcoin rutscht unter 70.000 US-Dollar – Mt.-Gox-Bewegung und Verkauf durch MicroStrategy belasten
Am Dienstagmorgen geriet der Kryptomarkt deutlich unter Druck: Bitcoin fiel unter die psychologisch wichtige Marke von 70.000 US-Dollar. $BTC verlor innerhalb von 24 Stunden knapp 4% und markierte im Tagesverlauf ein Tief bei rund 69.371 US-Dollar. Der Rücksetzer beendete die wochenlange Seitwärtsphase und löste eine Welle automatisierter Verkaufsorders aus.
Die Liquidationen am Kryptomarkt schnellten binnen weniger Stunden auf mehr als 766 Mio. US-Dollar. Über 600 Mio. US-Dollar entfielen dabei auf überhebelte Long-Positionen.
Als Auslöser gilt vor allem die Kombination aus Verkaufsdruck institutioneller Akteure und der Aktivierung lange ruhender Bestände.
MicroStrategy weicht von "Never Sell" ab
Für zusätzliche Nervosität sorgte ein 8-K bei der Securities and Exchange Commission (SEC): Daraus geht hervor, dass MicroStrategy zwischen dem 26. und 31. Mai 32 Bitcoins verkauft hat, um Aktionärsdividenden zu finanzieren. Der Verkauf entsprach zwar nur etwa 2,5 Mio. US-Dollar, traf den Markt psychologisch aber empfindlich. Die Abkehr vom strikten Buy-and-Hold-Narrativ befeuerte FUD (Fear, Uncertainty, and Doubt) und beschleunigte Mittelabflüsse von 483 Mio. US-Dollar aus US-Spot-$Bitcoin-ETFs.
Mt. Gox bewegt 10.306 BTC im Wert von rund 739 Mio. US-Dollar
Zusätzlichen Druck brachte eine On-Chain-Transaktion aus dem Umfeld von Mt. Gox. Die Tracking-Firma Arkham Intelligence meldete den Abfluss von 10.306 BTC (rund 739 Mio. US-Dollar) aus der Cold-Storage in neue aktive Wallets. Es handelt sich um die größte Bewegung aus der Insolvenzmasse seit mehr als zwei Monaten. Anleger fürchten, dass anstehende Gläubigerauszahlungen kurzfristig Angebot auf den Markt bringen könnten.
Ausblick: Nächste Unterstützung bei Bitcoin
Mit dem Bruch der 70.000-US-Dollar-Marke wirkt das kurzfristige technische Bild angeschlagen. Sollte die Tageskerze nicht wieder über 70.000 US-Dollar schließen, rechnen Analysten mit einer verlängerten Korrektur. Nachlassende Zuflüsse in Spot-ETFs und steigende makroökonomische Unsicherheiten könnten in den kommenden Wochen einen erneuten Test der makroökonomisch wichtigen Unterstützungszone um 65.000 US-Dollar begünstigen.