Bitcoin- und Ethereum-ETFs verzeichnen nach Abflüssen im April kräftige Zuflüsse
Wie CoinDesk berichtet, ist bei Krypto-ETFs nach den Abflüssen Ende April eine deutliche Trendwende zu beobachten. Vor allem Bitcoin-ETFs treiben die Erholung, Ethereum-Produkte ziehen nach. Mit der Aufhellung der Stimmung nähert sich der Bitcoin-Kurs einer wichtigen Widerstandszone.
Am 1. Mai flossen Bitcoin- und Ethereum-Fonds zusammen 731 Mio. US-Dollar zu. Noch wenige Tage zuvor dominierten Abgaben und eine schwache Marktstimmung, bevor die Mittelzuflüsse abrupt einsetzten. Auch wenn die Bewegung noch früh ist, gilt sie als bemerkenswert.
Bitcoin-ETFs stehen dabei im Zentrum: Allein an einem Tag summierten sich die Zuflüsse auf knapp 630 Mio. US-Dollar. Besonders auffällig war BlackRocks IBIT mit mehr als 280 Mio. US-Dollar, zudem legten Fidelitys FBTC und ARKs ARKB stark zu. In den Folgetagen hielten die Zuflüsse an. Der Eindruck: institutionelle Nachfrage kehrt zurück, nachdem viele Anleger zuvor abgewartet hatten.
Der Sprung folgt auf eine Phase deutlicher Abgaben. Am 29. April wurden aus Bitcoin-ETFs über 137 Mio. US-Dollar abgezogen, zu Wochenbeginn lagen die Rücknahmen teils noch höher. Die aktuelle Erholung wirkt damit wie ein Neustart nach kurzer Volatilität.
Ethereum-ETFs reagierten verzögert, holten aber auf: Am 1. Mai verzeichneten sie Zuflüsse von rund 101 Mio. US-Dollar und drehten damit eine Serie vorheriger Rücknahmen. Ende April standen Ethereum-Produkte unter Druck, mit mehreren Tagen in Folge steigender Abflüsse. Die Rückkehr der Mittel deutet auf vorsichtig wiederkehrendes Vertrauen hin; die institutionelle Nachfrage scheint nicht verschwunden, sondern lediglich pausiert zu haben.
Auch ein XRP-ETF wächst, wenn auch langsamer: Das verwaltete Vermögen liegt leicht über 1 Mrd. US-Dollar, begleitet von stetigen, aber moderaten Zuflüssen. Beim Solana-ETF fällt dagegen nahezu ausbleibende Handelsaktivität auf – trotz der breiteren Marktbewegung.
Am Spotmarkt spiegelt Bitcoin die Kapitalströme teilweise wider. Einige Analysten sehen in den Zuflüssen Rückenwind für einen Ausbruch, zumal die Dynamik zu Monatsbeginn zugenommen hat. Beobachtet wird ein wiederkehrendes Muster: Nach Zuflüssen steigen die Kurse leicht und geben anschließend wieder nach. Als zentrale Widerstandszone gelten 86.000 bis 88.000 US-Dollar; bei anhaltendem Momentum rücken 93.000 bis 95.000 US-Dollar als nächste Ziele in den Fokus. Auf der Unterseite wird die Unterstützungszone zwischen 71.000 und 73.000 US-Dollar eng verfolgt. Solange sie hält, bleibt die technische Gesamtlage intakt – entscheidend wäre ein nachhaltiger Ausbruch über den Widerstand.
Unterm Strich sind die wieder anziehenden ETF-Zuflüsse ein positives Signal und sprechen dafür, dass Institutionen trotz eines kurzen Vertrauensdämpfers engagiert bleiben. Für eine endgültige Trendwende ist es aus Sicht vieler Marktbeobachter aber noch zu früh. Der Markt könnte derzeit den Boden erneut testen. Setzen sich Zuflüsse fort und gehen mit steigenden Kursen einher, kann sich die Dynamik rasch verstärken. Andernfalls könnte es bei einer kurzen Rally bleiben, die ebenso schnell verpufft, wie sie begonnen hat.