Arbitrum friert nach KelpDAO-Hack 175 Mio. US-Dollar an Geldwäsche ein

Nach dem KelpDAO-Exploit über 292 Mio. US-Dollar hat der Angreifer damit begonnen, rund 75.700 ETH im Gegenwert von etwa 175 Mio. US-Dollar über Ethereum zu waschen. Auslöser dürfte eine Maßnahme auf Arbitrum One gewesen sein: Der Arbitrum Security Council fror dort 30.766 ETH ein. Beobachter werten den Schritt als Grund dafür, dass der Hacker die Mittelbewegungen auf dem Ethereum-Mainnet beschleunigt. Onchain-Analyst EmberCN meldete, dass bereits mehrere kleinere ETH-Transfers über UmbraCash gelaufen seien, ein Privacy-Protokoll mit "Stealth Addresses". Die Stückelung der Beträge deutet darauf hin, dass der Angreifer die Spur verwischen will, bevor weitere Vermögenswerte eingefroren werden können. Daten von Arkham Intelligence zeigen, dass die Haupt-Wallet des Hackers weiterhin eine erhebliche ETH-Position hält; Abflüsse werden über eine zweite Adresse geroutet, die mit den UmbraCash-Transfers in Verbindung steht. Die Entscheidung des Security Council löste gemischte Reaktionen aus. Offchain-Labs-Mitgründer Steven Goldfeder verteidigte das Vorgehen und verwies darauf, dass das gewählte 12-köpfige Gremium neun Stimmen benötigte. Er betonte zudem, der Sequencer habe keine Befugnis, Gelder zu bewegen, und der Rat habe unabhängig von Offchain Labs und der Arbitrum Foundation gehandelt. In der Community wurden dennoch Bedenken laut. Ein Nutzer fragte, ob ein kompromittierter Security Council im Ernstfall Onchain-Gelder beliebig beschlagnahmen könne, und verwies damit auf den Zielkonflikt zwischen Notfallbefugnissen und Dezentralisierung. In ähnlichem Tonfall kommentierte Krypto-Manager Justin Sun die Governance-Debatte spöttisch und erklärte Tron zur "dezentralsten Blockchain". KelpDAO bedankte sich unterdessen beim Security Council und schrieb SEAL 911 eine koordinierende Rolle bei der Reaktion zu. Das Protokoll erklärte, der Fokus liege weiterhin darauf, rsETH-Inhaber zu unterstützen, die vom Exploit am 18. April betroffen sind.