Arbitrum-DAO stimmt über Freigabe von 30.766 ETH für DeFi United nach Kelp-DAO-Angriff ab
Das Arbitrum-DAO berät über die Freigabe von rund 30.766 ETH, die der Arbitrum Security Council eingefroren hatte. Die Mittel sollen an die Initiative DeFi United gehen, die Anfang dieses Monats nach einem schweren Angriff auf Kelp DAO ins Leben gerufen wurde, berichtet CoinDesk.
In der ersten Stunde nach Start der Abstimmung entfielen 16,9 Mio. ARB-Token auf "Ja", Gegenstimmen gab es zunächst keine. Die Abstimmung läuft bis zum 7. Mai.
Auslöser ist ein Vorfall vom 20. April: Der Security Council fror Ethereum im Wert von 71,1 Mio. US-Dollar ein, das der Angreifer von Kelp DAO auf eine Arbitrum-One-Adresse transferiert hatte. Die Gelder wurden an 0x00000000000000000000000000000000000DA0 gesendet und können nur per Governance-Beschluss wieder freigegeben werden. Der Council erklärte damals, man habe bei der Identifizierung des Angreifers mit Strafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet und die Sicherheit und Integrität der Arbitrum-Community abgewogen, ohne Nutzer oder Anwendungen von Arbitrum zu beeinträchtigen.
Wenige Tage zuvor hatten Angreifer, die mutmaßlich der nordkoreanischen Hackergruppe Lazarus Group zugerechnet werden, einen Crosschain-Kommunikationskanal ausgenutzt, den Kelp DAO verwendet. Dabei wurden gestakte ETH im Wert von 292 Mio. US-Dollar aus der Protokoll-Version entwendet, rund 18% des umlaufenden rsETH-Angebots. Die Assets wurden anschließend unter anderem zu Aave, Compound und Euler verschoben und als Sicherheit genutzt, um große Mengen WETH und weitere Token zu leihen. Daraus entstand eine Schuldenposition von etwa 236 Mio. US-Dollar. Mehrere Protokolle, darunter Kelp und Aave, setzten daraufhin Verträge oder Marktaktivitäten aus.
Das vom DAO gewählte Arbitration Security Committee nutzte zudem Notfallbefugnisse, um die vom Angreifer genutzte Arbitrum-One-Adresse einzufrieren; 9 von 12 Mitgliedern stimmten dafür. Beobachter kritisierten die Maßnahme mit Blick auf Machtkonzentration und fehlende Onchain-Unveränderlichkeit, andere verteidigten das Vorgehen mit dem Auftrag, das Arbitrum-Ökosystem zu schützen.
DeFi United wird von Aave angeführt und soll nach dem Angriff Mittel mobilisieren sowie die Unterstützung für rsETH stabilisieren. Bis Donnerstag wurden bereits mehr als 311 Mio. US-Dollar in ETH und Stablecoins gespendet oder als Kredite bereitgestellt. Wird der Vorschlag angenommen, wäre das Arbitrum-DAO bislang größter Beitragender. Dahinter folgen Consensys und Joseph Lubin mit einer gemeinsamen Spende von 30.000 ETH sowie Mantle mit einem Darlehen über 30.000 ETH.
Auch im Aave-DAO steht eine Abstimmung aus: zur Freigabe von 25.000 ETH sowie einer Spende von Stani Kulechov über 5.000 ETH. LayerZero kündigte ebenfalls eine Spende von 5.000 ETH an und will zusätzlich 5.000 ETH auf AAVE anlegen, um Zinsen zu erwirtschaften. Kelp steuerte 2.000 ETH bei.