Abra will per SPAC an die Börse gehen und setzt stärker auf tokenisierte Finanzprodukte

Für Abra-Gründer Bill Barhydt liegt der nächste große Krypto-Ansatz der Wall Street nicht in der nächsten Bitcoin-Wette, sondern in der Tokenisierung. Abra war mit der Prämisse gestartet, dass Krypto wie eine Bank funktionieren sollte. Seit 2018 bietet das Unternehmen eine integrierte "Crypto-Banking"-Plattform, über die Nutzer handeln, Erträge erzielen, Kredite aufnehmen und Zahlungen abwickeln können. Mit Blick auf den Börsengang über eine SPAC-Transaktion stellt Abra das Geschäftsmodell nun auf eine neue Phase um: Im Mittelpunkt stehen tokenisierte Finanzprodukte und die Distribution an institutionelle Kunden. Die im März angekündigte Vereinbarung sieht den Zusammenschluss mit New Providence Acquisition Corp. III vor und bewertet das kombinierte Unternehmen mit 750 Mio. US-Dollar. Nach Abschluss soll die Firma in Abra Financial Inc. umbenannt werden und – vorbehaltlich der Genehmigung durch die SEC – an der Nasdaq unter dem Kürzel ABRX notieren. Barhydt peilt eine Notierung noch in diesem Sommer an. Unter der Muttergesellschaft Abra Financial Holdings stützt sich das Geschäft auf zwei Säulen: den Vertrieb über Abra Capital Management sowie AbraFi als Tokenisierungs-Einheit. Abra Capital Management ist ein bei der SEC registrierter Investment Adviser und richtet sich an vermögende, sehr vermögende und institutionelle Kunden. Das Angebot umfasst Digital-Asset-Strategien, Yield-Produkte, Staking und besicherte Kredite. AbraFi entwickelt in Partnerschaft mit einer DAO tokenisierte Finanzprodukte auf Solana. Als wichtigstes Produkt nennt das Unternehmen USDAF, ein ertragsbringendes, US-Dollar-denominiertes Asset, das laut Barhydt auf wachsendes Interesse bei Institutionen und vermögenden Investoren stößt. In den kommenden Monaten soll zudem BTCAF folgen, ein bitcoinbasiertes Yield-Produkt. Es soll Beratungskunden sowie Privatanlegern außerhalb der USA zur Verfügung stehen. Darüber hinaus plant Abra, eine breitere Palette tokenisierter Renditeangebote rund um große Digital Assets aufzubauen. Ein weiterer Wachstumsschwerpunkt ist das Kreditgeschäft. Abra ermöglicht bereits Darlehen gegen hinterlegte Bestände in Bitcoin, Ether und Solana. Barhydt zufolge investiert das Unternehmen stark, um die Kreditfunktionen auszubauen und neue Kreditprodukte einzuführen. Strategisch setzt Abra darauf, dass Tokenisierung die Brücke zwischen Krypto-Infrastruktur und traditioneller Finanzwelt wird. Barhydt argumentiert, dass die Umwandlung realer Vermögenswerte in liquide, übertragbare On-Chain-Token, die in DeFi als Sicherheiten genutzt werden können, für institutionelle Investoren deutlich relevanter sei als kurzfristige Marktbewegungen oder ETF-Debatten. "Alles wird über DeFi tokenisiert und liquide", sagte er – eine Erzählung, die aus seiner Sicht in der Wall Street verfängt, weil sie On-Chain-Mechanik mit den etablierten Finanzmärkten verbindet. Während Abra die letzten Schritte bis zur Börsennotierung durchläuft, positioniert Barhydt das Unternehmen an der Schnittstelle von Tokenisierung, Renditegenerierung und Digital-Asset-Vermögensverwaltung. "Die nächste Generation der Vermögensverwaltung ist onchain", sagte er. Abra wolle die "Killer-Crypto-Banking-Plattform" werden, die Tokenisierung, Verwahrung, Yield, Staking und Kreditvergabe über eigene und Drittanbieter-Angebote kombiniert.