Aave-Gründer verteidigt Abflüsse von 8,45 Mrd. US-Dollar – V4-Upgrade soll Risikomanagement neu aufstellen

BlockBeats berichtet: Am 8. Juni wurde bekannt, dass eine von KelpDAO auf LayerZero aufgebaute Cross-Chain-Bridge im April angegriffen wurde. Der Vorfall verursachte Verluste von 292 Mio. US-Dollar und löste innerhalb von 48 Stunden einen Abzug von Einlagen in Höhe von 8,45 Mrd. US-Dollar aus dem DeFi-Kreditprotokoll Aave aus. Angesichts externer Zweifel an der Risikosteuerung des Protokolls erklärte Aave-Gründer und CEO Stani Kulechov, der Fall habe die "Widerstandsfähigkeit" von Aave gezeigt. Auf der Konferenz Proof of Talk in Paris sagte Kulechov, Aave V3 habe mehrere Marktzyklen überstanden und sei selbst unter extremen Marktbedingungen stabil geblieben. Viele Sicherheitsvorfälle im DeFi-Bereich seien zuletzt vor allem auf Infrastruktur von Drittanbietern zurückzuführen und nicht auf Schwachstellen in den eigenen Smart Contracts. Das Risikoanalysehaus LlamaRisk kommt zu einer anderen Einordnung: Demnach nutzte der Angreifer eine Schwachstelle bei KelpDAO, um wertloses Collateral zu prägen, dieses bei Aave zu hinterlegen und anschließend echte wETH abzuheben. Dadurch seien auf Aave V3 rund 123,7 Mio. US-Dollar an notleidenden Forderungen (Bad Debt) entstanden. Zur Stabilisierung stellte die Aave DAO kurzfristig 25.000 ETH bereit; Kulechov steuerte nach eigenen Angaben weitere 5.000 ETH aus privaten Mitteln bei. Das Rettungspaket summierte sich damit auf rund 300 Mio. US-Dollar. Um die offengelegten systemischen Risiken zu adressieren, plant Aave im Zuge des V4-Upgrades eine grundlegende Überarbeitung der Risikomanagement-Architektur. Die neue Version soll auf ein modulares "Hub-and-Spoke"-Design setzen und das klassische Pool-Modell ablösen. Ziel ist eine eigenständige Risikobepreisung je Collateral-Typ sowie die Möglichkeit, einzelne Sicherheiten frühzeitig einzufrieren, bevor sich Risiken ausbreiten. Damit soll die Wahrscheinlichkeit kaskadierender Abzüge sinken, die durch Ausfälle von Cross-Chain-Bridges ausgelöst werden können.