Aave mobilisiert 160 Mio. US-Dollar zur Deckung von 200 Mio. US-Dollar fauler Kredite nach Kelp-DAO-Schwachstelle

Die Kreditplattform Aave hat nach Angaben von CoinDesk rund 160 Mio. US-Dollar eingesammelt, um etwa 200 Mio. US-Dollar an faulen Krediten abzudecken, die auf die nach Arkham größte DeFi-Sicherheitslücke dieses Jahres rund um Kelp DAO zurückgeführt werden. Die Information wurde am Samstag auf X verbreitet. Das Blockchain-Analyseprofil defiunited.eth schrieb, AAVE habe 160 Mio. US-Dollar zur Deckung der durch die Kelp-DAO-Schwachstelle verursachten Forderungsausfälle aufgebracht. Größte Beitragszahler seien Mantle und die AAVE DAO; zusammen hätten sie 55.000 ETH eingesammelt, umgerechnet rund 127 Mio. US-Dollar. In der vergangenen Woche kündigten Aave und mehrere große Kryptounternehmen nach einem Sicherheitsvorfall über 292 Mio. US-Dollar beim größten Kreditgeber im Krypto-Kreditmarkt eine koordinierte Rettungsaktion an. Der DeFi-Markt habe dabei unter einer finanziellen Stressphase gestanden, während Behörden Schritte zur Stabilisierung einleiteten. Die Initiative trägt den Namen DeFi United und wird von Aave-Dienstleistern geführt. Ziel ist, die Unterstützung für rsETH wiederherzustellen, ein renditetragendes Derivat-Token, das an Ether (ETH) gekoppelt ist. Aave-Gründer Stani Kulechow erklärte, er werde persönlich 5.000 ETH an DeFi United spenden und gemeinsam mit Partnern weiter vorangehen. Bei einem ETH-Kurs von rund 2.346 US-Dollar entspreche das etwa 11.730.000 US-Dollar. Als Ursache gilt ein Fehler in der Integration zwischen KelpDAO und LayerZero. Angreifer hätten diesen genutzt, um 116.500 nicht abgesicherte rsETH-Token zu prägen. Das schwächte die Besicherung bei Aave und löste einen Bank-Run aus, als Kreditgeber Mittel abzogen; am Ende seien Abflüsse von 10 Mrd. US-Dollar verzeichnet worden. Die Maßnahmen zur Bereinigung der Ausfälle konzentrieren sich dem Bericht zufolge auf eine Stabilisierung über koordinierte Rettungsbeiträge, eine Rekapitalisierung von rsETH und die Begrenzung der Verluste. Als zweitgrößte Sicherheitslücke wird ein Vorfall von Ende März genannt: Dort habe ein Angreifer mindestens 270 Mio. US-Dollar entwendet, indem er im Drift-Protokoll auf Solana eine legitime Funktion namens "persistent nonce" ausnutzte, statt eine Code-Schwachstelle oder gestohlene Schlüssel zu verwenden.