Aave-Gründer sagt 5.000 ETH für DeFi United zu, Mantle legt 30.000 ETH nach
Der Aave-Gründer Stani Kulechov hat der branchenweiten Erholungsinitiative DeFi United 5.000 Ether zugesagt. Das Programm wurde nach dem KelpDAO-Exploit im Umfang von 292 Mio. US-Dollar gestartet. Mantle Network folgte mit einer Absicherung über 30.000 ETH.
Kernpunkte:
- Stani Kulechov stellt persönlich 5.000 ETH für DeFi United bereit.
- Mantle Network sagt 30.000 ETH zu; damit steigen die gesamten Zusagen auf über 43.500 ETH.
- Frax Protocol bereitet einen Community-Vorschlag vor, um der DeFi-United-Koalition formell beizutreten.
Gründer setzen eigenes Kapital ein
DeFi United gilt als eine der am stärksten koordinierten, protokollübergreifenden Reaktionen in der Geschichte von Decentralized Finance (DeFi). Kulechov machte die Zusage auf X öffentlich und betonte, dass es sich um private Mittel handelt, nicht um Vermögen aus der Aave-Treasury.
Die Ankündigung erfolgte, während der Druck auf das Aave-Ökosystem nach dem KelpDAO-Angriff vom 18. April zunahm. Dabei wurden über eine Schwachstelle im Layerzero-Bridge-Adapter des Protokolls rsETH im Gegenwert von 292 Mio. US-Dollar abgezogen. Da Aave-Märkte rsETH als Sicherheit akzeptiert hatten, entstand eine erhebliche Lücke durch potenziell uneinbringliche Forderungen in den Pools auf Ethereum und Arbitrum.
Der Arbitrum Security Council reagierte schnell und fror 30.766 ETH im Wert von 71 Mio. US-Dollar ein, die dem Exploiter zugeordnet werden. Die strukturelle Unterdeckung in Aaves Sicherheitenmärkten machte dennoch zusätzliches Kapital erforderlich, das nicht allein durch On-Chain-Beschlagnahmungen abgedeckt werden konnte.
Parallel zu Kulechov steuerten die Golem Foundation und die Golem Factory insgesamt 1.000 ETH aus ihren Treasury-Beständen zum Recovery-Pool bei. Auch Lido Finance und Etherfi gehören zu den Protokollen, die Unterstützung für die Initiative signalisiert haben.
Mantle liefert bislang größte Einzelzusage
Mantle Network kündigte die bislang größte Einzelzusage für DeFi United an: 30.000 ETH, bewertet mit rund 70,5 Mio. US-Dollar zu aktuellen Kursen. Obwohl das Ethereum-Layer-2-Netzwerk nicht direkt vom KelpDAO-Exploit betroffen war, unterstreicht der Schritt den wachsenden Konsens, dass systemische Risiken in einem großen Lending-Markt schnell auf andere Protokolle übergreifen können.
Der Einbruch des Sicherheitenwerts von rsETH trug laut Defillama-Daten bereits dazu bei, dass die Total Value Locked (TVL) über erfasste DeFi-Protokolle um rund 14 Mrd. US-Dollar sank — von 99,49 Mrd. US-Dollar auf etwa 85,32 Mrd. US-Dollar.
Kurz darauf schloss sich Frax Protocol der Dynamik an. Kulechov zufolge bereitet Frax eine Governance-Initiative aus der Community vor, um die Unterstützung für DeFi United formal zu verankern. Wie Mantle war Frax nicht direkt rsETH-exponiert; die Beteiligung gilt damit als freiwilliges Signal der Solidarität im Ökosystem, nicht als Maßnahme zur eigenen Absicherung.