Aave DAO erwägt 25.000 ETH zur Schließung der rsETH-Deckungslücke nach Exploit

Service-Provider von Aave haben am Freitag einen Governance-Vorschlag im Aave DAO eingereicht, der eine Bereitstellung von 25.000 ETH für die koordinierte "DeFi United"-Recovery-Initiative vorsieht. Hintergrund ist der Exploit vom 18. April 2026, bei dem ein Angreifer über eine kompromittierte LayerZero-Bridge ungedeckte rsETH prägen und anschließend auf Aave Vermögenswerte leihen konnte. Die Mittel sollen helfen, die rsETH-Deckung wiederherzustellen und die daraus entstandenen Forderungsausfälle (Bad Debt) zu adressieren. Der Plan zielt auf die verbleibende Deckungslücke. Nach Angaben von Aave wurden durch den Angriff 152.577 rsETH aus der LayerZero-Lockbox freigesetzt; zu den damaligen Umtauschrelationen entsprach das einem anfänglichen Fehlbetrag von rund 163.183 ETH. Seitdem wurde die Lücke durch abgestimmte Maßnahmen deutlich reduziert: KelpDAO fror 40.373 rsETH ein (rund 43.168 ETH), der Arbitrum Security Council sicherte 30.766 ETH, die mit dem Angreifer in Verbindung stehen. Weitere Rückflüsse könnten aus Liquidationen kommen: Aave-Positionen könnten bis zu 12.323 WETH einbringen, Compound weitere 1.845 WETH. Zusammengenommen decken diese Quellen laut Aave rund 54% des ursprünglichen Defizits. Parallel dazu wächst die zugesagte Finanzierung aus dem Ökosystem. Ether.fi und Lido DAO stellten Beiträge von bis zu 5.000 ETH bzw. 2.500 ETH in Aussicht. Zudem beteiligen sich Aave-Führungskräfte direkt: Emilio Frangella kündigte 500 ETH an, Gründer Stani Kulechov 5.000 ETH. Mantle brachte zusätzlich eine Kreditlinie von bis zu 30.000 ETH ins Spiel. Unter Einbezug weiterer Zusagen von Golem, BGD Labs und Nutzern summieren sich die angekündigten Beiträge auf etwa 69.534 ETH. Der X-Nutzer DCF GOD schätzt, dass die kombinierten Maßnahmen und eingefrorenen Mittel den Fehlbetrag bei entsprechender Freigabe vollständig schließen könnten; in dieser Rechnung sind auch rund 30.700 ETH enthalten, die nach dem Angriff auf Arbitrum eingefroren wurden. Der Abstimmungsvorschlag im Aave DAO sieht eine feste Zahlung von 25.000 ETH vor. Zusätzliche Spenden sollen vorrangig zur Rückzahlung der Mantle-Kreditlinie verwendet werden, statt den DAO-Beitrag zu reduzieren. Damit soll eine langfristige Abhängigkeit von externer Fremdfinanzierung begrenzt werden. Die Umsetzung hängt von mehreren externen Schritten ab, darunter die Wiederöffnung von Abhebungen durch Kelp und die Wiederherstellung der LayerZero-Bridge. Bis Mittel verfügbar und liquidierbar sind, könnte sich die Abwicklung über mehrere Wochen ziehen. Separat warnten Analysten von JPMorgan, dass wiederholte Exploits die institutionelle Stimmung belasten. In der Folge hätten Nutzer nach solchen Vorfällen vermehrt Mittel in Stablecoins umgeschichtet.