Humanity Protocol gehackt: H-Token verliert in 12 Stunden 85%

Nach Angaben von CoinMarketCap hat das dezentrale Identitätsprojekt Humanity Protocol einen schweren Sicherheitsvorfall gemeldet. Das Team teilte mit, dass ein privater Schlüssel kompromittiert wurde, der einem Mitglied der Humanity Foundation zugeordnet ist. In der Folge wurden H-Token im Wert von mehr als 30 Mio. US-Dollar entwendet, was umgehend einen Abverkauf am Markt auslöste. Gründer und CEO Terence Kwok bestätigte den Vorfall und riet Nutzern, bis zum Abschluss der Untersuchung weder mit der Crosschain-Bridge noch mit den Liquiditätspools des Protokolls zu interagieren. Man arbeite mit Sicherheitsfirmen zusammen, um den Angriffsvektor nachzuvollziehen und Folgerisiken zu begrenzen. Marktdaten zeigen einen starken Kursrutsch: Der H-Token fiel nach dem Ereignis innerhalb von 12 Stunden von rund 0,70 US-Dollar auf etwa 0,08 US-Dollar, ein Minus von ungefähr 85%. Zusätzlichen Verkaufsdruck verursachte laut Bericht der fortlaufende Zufluss gestohlener Token in den Markt. Der Onchain-Ermittler Specter erklärte, der Angriff könne noch andauern. Zudem stünden Wallets, die mit Humanity Protocol in Verbindung stehen oder zuvor damit interagiert haben, unter Verdacht, ebenfalls betroffen zu sein. Nach seiner Schätzung hat der Angreifer aus den betroffenen Wallets H-Token im Wert von bis zu rund 30 Mio. US-Dollar abgezogen. Daten der Onchain-Analyseplattform Arkham Intelligence deuten darauf hin, dass der Angreifer die entwendeten Vermögenswerte über dezentrale Börsen verarbeitet, darunter Kyber Network und PancakeSwap. Die anschließenden Onchain-Swaps und Verkäufe hätten den H-Kurs zusätzlich belastet. Humanity Protocol ist ein dezentrales Identitätsprojekt auf einer zkEVM-Blockchain und fokussiert sich auf biometrische Handflächen-Erkennung mit Schwerpunkt Datenschutz. Ziel ist ein System zur digitalen Identitätsprüfung, ohne sensible Nutzerdaten offenzulegen. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Private-Key- und Wallet-Kompromittierungen im Kryptosektor im Jahr 2026 ein. In Berichten wurde zuvor auch von kompromittierten Schlüsseln im Umfeld des Governance-Sicherheitsausschusses von Drift Protocol gesprochen, die zu Verlusten von rund 280 Mio. US-Dollar geführt hätten. Weitere in diesem Jahr genannte Sicherheitsereignisse betreffen Wallets oder Private Keys im Zusammenhang mit Step Finance, Resolv, Volo Vault, Echo Bridge, Bankr, Polymarket, StablR, Stake DAO, Gravity Bridge und Alephium Bridge. Zusatzinfo: Laut CertiK waren Wallet- und Private-Key-Exploits im Mai die zweitteuerste Angriffskategorie und verursachten Schäden von etwa 13,7 Mio. US-Dollar.