Humanity Protocol gehackt: 32 Mio. US-Dollar abgezogen, H-Token bricht um 90% ein

Humanity Protocol, ein Blockchain-Identitätsprojekt mit biometrischem Fokus und einer der stärksten Krypto-Performer 2026, ist am 9. Juni Ziel eines massiven Sicherheitsvorfalls geworden. Nach Schätzungen wurden rund 32 Mio. US-Dollar entwendet, der H-Token verlor innerhalb weniger Stunden etwa 90%. Onchain-Ermittler markierten auffällige Transaktionen über mehr als 17 Wallets. Kurz darauf stellte der bekannte Analyst ZachXBT öffentlich infrage, ob es sich um einen klassischen externen Hack oder um einen inszenierten "Exit" aus dem Inneren handeln könnte. Das verschärfte die Skepsis rund um das Projekt. Ablauf des Angriffs Laut den als auffällig markierten Daten von Arkham Intelligence verlief die Attacke in zwei Phasen. Zunächst prägten die Angreifer 100 Mio. H-Token, räumten zugehörige Wallets leer und wandelten rund 23,7 Mio. US-Dollar über mehrere Adressen in ETH um. Onchain verblieben demnach etwa 7,9 Mio. US-Dollar in H-Token. In einer zweiten Phase verlagerte sich die Aktivität auf die BNB Chain. Blockaid zufolge wurde der Proxy-Admin-Contract des H-Tokens übernommen. Anschließend wurden weitere 100 Mio. H-Token im Gegenwert von etwa 12,9 Mio. US-Dollar an eine neue Wallet gemintet. Reaktion von Humanity Protocol Das Team bestätigte den Vorfall in einem offiziellen Beitrag auf X. Demnach seien Private Keys eines Mitglieds der Humanity Foundation kompromittiert worden. Nutzer sollen bis auf Weiteres weder die Bridge noch Liquiditätspools nutzen. Offizielle Updates würden ausschließlich über den Hauptaccount des Projekts oder über den persönlichen Account des Mitgründers Terence Kwok veröffentlicht. Warum die Community misstrauisch ist Die ersten technischen Hinweise könnten zu einem typischen Private-Key-Vorfall passen. Die Stimmung kippte nach ZachXBTs Analyse auf X: Er verwies auf Muster, die aus seiner Sicht nicht zu einem üblichen externen Angreifer passen. Unter anderem wirkte das Token-Angebot stark konzentriert, zudem seien H-Token über dezentrale Börsen verkauft worden, statt Liquidität über zentrale Handelsplätze zu suchen. Das könne auf eine Abstimmung mit einem "aktiven Market Maker" hindeuten. ZachXBT bezeichnete den Vorfall als "möglicherweise inszeniert" und argumentierte, dies könne einem aktiven Market Maker einen bequemen Ausstieg ermöglichen. Er kritisierte zudem die Werbehistorie des Projekts und forderte Transparenz zu möglichen Market-Making-Vereinbarungen im Zusammenhang mit der in Hongkong ansässigen Projektstruktur. Später nahm ZachXBT einzelne Aussagen zurück, nachdem weitere Onchain-Auswertungen nahelegten, dass die Private-Key-Kompromittierung und mögliche Market-Maker-Themen nicht zwingend zusammenhängen müssen. Der öffentliche Zweifel eines der meistverfolgten Onchain-Investigatoren hatte da bereits spürbaren Reputationsschaden verursacht. Kontext mit Warnsignalen H galt 2026 als Extrem-Outperformer und lag vor dem Absturz rund 875% über seinem Tief (BanklessTimes). Auf eine derart steile Rallye folgte nun ein abruptes Minus von etwa 90%. Für zusätzliche Spekulationen sorgt ein geplanter Token-Unlock am 25. Juni, also zwei Wochen nach dem Vorfall. Kritiker sehen darin ein auffällig günstiges Timing für einen Exit vor größeren Vesting-Ereignissen. Zudem berichten Quellen, dass drei der vier Mitgründer in der Vergangenheit mit Klagen, Vorwürfen finanziellen Fehlverhaltens und Management-Kontroversen in Verbindung gebracht wurden. Intern zitierte Zahlen sollen außerdem nahelegen, dass nur rund 1 Mio. der etwa 9 Mio. registrierten Identitäten die biometrische Verifizierung abgeschlossen haben, auf der das zentrale Nutzenversprechen von Humanity Protocol basiert. Wie es weitergeht Onchain-Beweise werden weiterhin gesammelt und ausgewertet. Ob es sich letztlich um eine Drittanbieter-Kompromittierung oder um einen koordinierten Insider-Exit handelt, ist derzeit offen. Fest steht: Rund 32 Mio. US-Dollar wurden abgezogen, der Marktwert des H-Tokens ist eingebrochen, und die Community steht mit offenen Fragen und erschüttertem Vertrauen zurück. Bildnachweis: Cover von Grok; ETHUSD-Chart von TradingView.