Goldman Sachs verschiebt erste Fed-Zinssenkung auf 2027 nach überraschend starkem Arbeitsmarktbericht

Goldman Sachs rechnet mit späteren Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve. Die erste Reduzierung erwartet die Bank nun erst im Juni 2027. Zuvor war Goldman von Dezember 2026 ausgegangen. Auslöser für die Anpassung war der US-Arbeitsmarktbericht für Mai 2026, der deutlich über den Markterwartungen lag. Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls) stieg um 172.000 Stellen. Konsensschätzungen hatten bei 80.000 bis 89.000 gelegen. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,3%. Goldmans Chefvolkswirt für die USA, David Mericle, skizzierte den aktualisierten Pfad: Die Bank kalkuliert für 2027 mit zwei Zinsschritten um jeweils 25 Basispunkte, im Juni und im Dezember. Damit würde sich die Lockerung auf insgesamt 50 Basispunkte belaufen. Für 2026 sieht Goldman in der neuen Prognose keine Zinssenkung mehr. Zuvor waren Senkungen für Dezember 2026 und März 2027 vorgesehen. Zudem erhöhte Goldman die geschätzte Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen von 10% auf 20%. Die Prognose für den Endzins (Terminal Rate) bleibt bei 3,0% bis 3,25%. Der aktuelle Fed-Leitzins liegt in einer Spanne von 3,50% bis 3,75% und verharrt dort seit der letzten Senkungsrunde Ende 2025. Mit der Einschätzung steht Goldman nicht allein. Nomura hatte bereits vor den Mai-Daten signalisiert, bis einschließlich 2026 keine Fed-Zinssenkungen zu erwarten. Für Kryptowährungen und andere Risikoanlagen bleibt das von Goldman mit 20% bewertete Szenario entscheidend: tatsächliche Zinserhöhungen. Würde die Fed den Leitzins über 3,75% anheben, dürften sich die Finanzierungsbedingungen verschärfen und Kapital tendenziell aus spekulativen Anlagen abfließen.